Die Schwierigkeiten mit der Liebe in unserer Zeit
Wir haben alle Romane, Lieder und Fernsehsendungen im Kopf, die von Liebe , Verliebtheit und von Treue bis in den Tod handeln. Jedoch die Realität scheint ganz anders als das von Künstlern vorgezeigte Thema. Ist also Liebe wirklich ein ewiges Thema oder hat sich dieses Gefühl, sowohl die Beschreibung von Treue im Laufe der Jahrhunderte verändert?
Historisch gesehen über die Liebe: Es ist viel mehr die Liebe der „Großen“, sprich von berühmten Menschen, als die der „kleinen“ Leute, von der erzählt und berichtet wird.
Bis ins 19.Jdt waren die meisten Leute sehr arm. Und wenn sich zwei zusammentaten, konnten sie ihren Besitz zumindest ein wenig vermehren oder halten und gemeinsam für die Härte des Lebens gerüstet sein. Deswegen war die Liebe damals nicht so wichtig/an erster Stelle. Wenn sich ein Ehepaar zu dieser Zeit wirklich liebte, war das ein Glücksfall. Die Ehe hing von mehreren Faktoren ab- ob die Eltern dafür waren und ob das zukünftige Ehepaar aus derselben sozialen Ebene stammte.
Liebe war als kein notwendiger Bestandteil einer Mann-Frau Beziehung.
Der Unterschied zu heute ist folgender: Nicht das Liebesgefühl selbst, sondern der Anspruch, dass jede ernsthafte Beziehung von einem Liebesgefühl begleitet sein sollte und eine Hoffnung, dass dies ewig dauert. Und dies bringt noch viele andere Erwartungen mit sich.
Früher waren die Erwartungen etwas anders: Der Mann musste fleißig sein und genug Geld verdienen, die Frau sparsam und die Kinder gut erziehen.
Was hieß denn damals Treue und Liebe, wenn man meistens in seriellen Ehen gelebt hat? Wegen der kurzen Lebensdauer der Menschen, besonders der Frauen lebten die Menschen früher in mehreren Ehen hintereinander- das bedeutet eigentlich wie heute, wenn sich Menschen scheiden lassen und einen neuen Partner finden
Wie gesagt, die Ansprüche und –Erwartungen , welche den Unterschied ausmachen.
Die anfängliche Verliebtheit ist immer und überall gleich, aber die gelebte Liebe ändert sich mit der Kultur und den Epochen.
Mit der Modernisierung und dem Zerfall der Traditionen machte den Menschen zu autonomen Gestalten seiner Geschicke, sowohl Frauen als auch Männer. Und so „entstand“ eine neue Form des Zusammenlebens. Diese Freiheiten jedoch führten bis in unsere Zeit zu einem Gefühl der Unsicherheit: Wie soll man leben? Wie soll ich sein`? Dies müssen wir heute selber herausfinden, weil Kirche, Kaiser und Staat dies nicht mehr diese Fragen anstatt von einem zu beantworten brauchen.
Das Problem heute bei vielen ist, dass sie denken: Nur wenn ich geliebt werde, bin ich wirklich vorhanden. Da aber Gefühle etwas Schwankendes sind, ist diese Identität durch Beziehung immer gefährdet. Und so kommt eine Unsicherheit nach der anderen und steigert sich. Noch dazu fordern wir alle viel von einer Beziehung: Nicht nur lebenslange Treue, sondern auch die Möglichkeit von lebenslanger und persönlicher Entwicklung. Eine typische Frauenklage lautet: „ Du hast mir jede persönliche Entwicklung verwehrt“ oder „du kümmerst dich nicht um meine Bedürfnisse“...
Es gibt sehr viele Formen, in denen man sich selbst verwirklichen kann. Aber welche die Richtige ist, gibt es viele Auseinandersetzungen zwischen den Partnern.
Psychisches muss verbal formuliert werden, damit es fassbar wird. Dies macht es alles schwieriger Partnerschaften aufrecht zu erhalten. Die Frage „warum lassen sich so viele Menschen scheiden“ ist leichter zu beantworten als „ Warum bleiben doch so viele zusammen?“. Viele Menschen bleiben aus äußeren Gründen zusammen, sprich Kinder, Prestige, Geld. Aber es gibt auch welche die trotz der Schwierigkeiten zusammenbleiben, weil sie sich lieben!
Liebe und Treue zu bewahren war nie leicht, ist heute noch schwerer und komplizierter geworden und ist längst nicht mehr definiert als nur körperliche Treue. Die Treue zum Lebensstil und das Ja-sagen zur Person des anderen sind genauso wichtig. Schuld des einzelnen kann natürlich gefunden werden, aber man muss klar sehen, dass Ehen heutzutage schwieriger sind als früher, wo sie ganz anderen Ansprüchen zu genügen hatten.
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