Das Burn-out Syndrom
Das Burn-Out Syndrom ist ein Zustand von totaler Erschöpfung, der durch einen Prozess entsteht, der sich schleichend mit der Zeit aufbaut. „to burn out“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „ausbrennen“. Den Begriff „Burn-out Syndrom“ führte der Psychoanalytiker, Herbert Freudenberger, ein.
Dieser bemerkte, dass Menschen, die einen helfenden Beruf hatten, sehr oft Krankschreiben brauchten, arbeitsunfähig waren, oder früh in Rente gingen. Er meinte, dass eine hohe Arbeitsbelastung und ein persönliches Engagement für den Beruf, zum „Ausbrennen“ führen würden. Das Syndrom wurde erst durch die Medien bekannt, als es auch Fälle unter Prominenten gab.
Zur Diagnose gibt es 2 Fragebögen:
· MBI (Maslach Burnout Inventory)
Kategorien: emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und Leistungszufriedenheit
Werden nach Intensität und Häufigkeit gefragt.
Nachteil: Fragebogen hauptsächlich auf helfende Berufe bezogen
· TM (Tedium Measure)
Aussagen werden nur bezüglich ihrer Häufigkeit gewertet
Ursachen
Die Grundlage für das Syndrom ist Enttäuschung. Diese entsteht, wenn das Wunschbild zu weit von der Realität entfernt ist. Jedoch können sich die Ursachen in 3 Bereiche teilen. Die Ursachen können im persönlichen, sozial- und organisationspsycholgischen oder im gesellschaftlichen Bereich liegen. Natürlich trägt der Lebensfaktor, Stress, einiges dazu bei.
Persönliche Ursachen
Es gibt Eigenschaften unter Menschen, die es einem schwer machen mit Krisen um zu gehen. Die Belastbarkeit eines Menschen hängt immer von gewissen Persönlichkeitsmerkmalen ab:
· Neurotizismus:
Merkmale: Ängstlichkeit, mangelnde Selbstachtung; man reagiert schnell auf Stress und Stressreaktionen klingen langsamer ab; Sorgen und Depressionen; Nervosität; schnell verunsichert und verlegen; neigen zu Melancholie
· Perfektionismus:
Menschen, die von Burn-out betroffen sind, setzen sich zu hohe Ziele und haben Probleme, Kompromisse ein zu gehen. Das wirkt sich dann wiederum auf ihre Handlungsplanung und Bewertung aus.
· Helfersyndrom:
Man versucht Niederlagen oder Mangel an Zuneigung in der Kindheit durch soziale Tätigkeiten im späteren Alter zu kompensieren. Helfer haben ein schwaches Selbstwertgefühl, welches sie versuchen durch Aufopferung für eine anspruchsvolle Aufgabe zu stabilisieren. Den Mangel an Zuneigung in der Kindheit kompensieren sie schließlich mit der Dankbarkeit der Hilfsempfänger.
· Ehrgeiz:
Menschen, die hauptsächlich für gute Noten und Erfolge, Zuneigung und Liebe von ihren Eltern bekamen, sind davon betroffen. Deshalb beruht ihr Selbstwertgefühl zum Großteil auf beruflichen Leistungen, was zu einem krankhaften Ehrgeiz führen kann, der wie eine Sucht sein kann.
Weitere persönliche Ursachen können eine schlechte Ausbildung sein, die für viele Misserfolge der Grund sein kann. Diese Misserfolge erschweren es einem anderen Grenzen zu setzen.
ADHS-Betroffene neigen generell sehr stark zum Burn-out.
Soziale und organisationspsycholgische Ursachen
Bei Menschen, die einen helfenden Beruf ausführen, kann ein Wechsel der Arbeitssituation der Auslöser für das Burn-out Syndrom sein. Zum Beispiel kann das ein Einstieg in den Beruf oder in einen neuen Beruf bedeuten, sowie ein neuer Vorgesetzter. Eine gute Einführung oder Vorbereitung kann das „Ausbrennen“ verhindern.
Ein weiterer Punkt ist die Arbeitsbelastung. Eine große Rolle spielt dabei die Tatsache, dass der Berufstätige sich nicht seine Klienten aussuchen darf. Ein schwieriger Klient, der es einem schwer macht zeitlich und organisatorisch in Ruhe arbeiten zu können, und der viel an sinnloser und zeitraubender Verwaltungsarbeit fordert, kann das Burn-out Risiko fördern.
Auch ein Beruf im intellektuellen Bereich hat einen Einfluss auf die Burn-out Gefährdung. Desto mehr der Alltag von Routine bestimmt und ohne Herausforderungen ist, umso mehr steigt das Burn-out Risiko. Unzufriedenheit in der Arbeit, wie z.B. zu sachlichen, einseitigen und zu unpersönliche Kundenkontakt, können das „Ausbrennen“ fördern. Auch wegen Schwierigkeiten, sich selbst in die Arbeit mehr ein zubringen oder selbst Entscheidungen zu treffen, können das Burn-out Risiko steigern.
Weiters kann die Burn-out Gefährdung steigen, wenn die Arbeitsziele nicht klar für den Berufstätigen definiert sind oder das Team nicht dieselben Ziele verfolgt. Genauso kann es eine Auswirkung auf die Burn-out Gefährdung haben, wenn der Berufstätige Ziele verfolgt, die gegen seine Prinzipien gehen. Wenn der Betroffene im Kontakt mit den Kollegen zu wenig Interesse erfährt und keine Unterstützung oder emotionale und strategische Rückendeckung bekommt, kann Burn-out verursacht werden. Auch ein schlechter Kontakt zum Vorgesetzten, trägt was zum Burn-out Risiko bei. Das zeigt sich z.B. durch zu wenig Anerkennung, Lob und Rückmeldung vom Vorgesetzten. Auch ein schlechtes Arbeitsklima hat einen Einfluss auf die Gefährdung des Burn-out Syndroms, wenn z.B. zu viel Kontrolle am Arbeitsplatz herrscht.
Ein weiterer Faktor sind die falschen Bilder, die von den Massenmedien und der Ausbildung vermittelt werden. Diese nennt man auch „professional mystiques“. Dazu gehören z.B. Versprechen, die besagen, dass ein guter Berufsstatus Kompetenz garantiere, und diese einen hohen Erfolg bewirken würde. Auch, dass Kunden kooperativ und dankbar seien oder Kollegen hilfsbereit und solidarisch seien. Weitere Faktoren der Umwelt können aus dem privaten Bereich sein, wie z.B. Probleme in der Familie oder in der Partnerschaft, sowie Einsamkeit und einem zu schwachen sozialen Umfeld. In großen Organisationen können noch weiter Faktoren dazu kommen. Dazu zählen zu wenig Selbständigkeit oder zu wenige Möglichkeiten zur Selbstbestimmung oder Entscheidungsfreiheit. Auch eine unklare oder mehrdeutige Rollenverteilung am Arbeitsplatz und Rollenkonflikte können das Burn-out Syndrom fördern. Da besteht die Gefahr, dass es für den einzelnen zu unübersichtlich wird, wenn alle in seinem Arbeitsteam dieselbe Aufgabe zu erledigen haben und dieser dann für Aufgaben zuständig ist, für die er nicht vorgesehen oder ausgebildet wurde.
Lebensfaktor, Stress
Die Arbeitsbelastung sollte nicht unterschätzt werden, weil sie einen großen Einfluss auf den Stressfaktor hat. Zum Beispiel zählen dazu massive körperliche Belastung, wie das Heben von schweren Gewichten oder einem ständigen Temperaturwechsel, einem lauten Arbeitsumfeld, dessen Lautstärke auch bis zur Schädigung des Gehörs führen kann. Auch Berufe mit langen Nachtdiensten oder unklaren Arbeitszeiten, die sich ständig wechseln, können etwas zum Burn-out Risiko beitragen.
Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer physischen Erscheinung belastbar wirken, müssen oft Überstunden übernehmen oder schwer belastende Aufgaben/Arbeiten erfüllen. Meist wird die Überforderung der Arbeiter vom Vorgesetzten nicht erkannt, der auch einen gewissen Druck auf seine Mitarbeiter ausübt, der auch nicht zu unterschätzen ist. Z.B. setzt dieser dem Arbeiter mehr Überstunden an, um das Erreichen von Arbeitszielen voranzutreiben. Auch Vorgesetzte stehen unter einem gewissen Druck, weil diese auch wiederum jemanden haben, der über ihnen steht. Er muss nämlich auch Aufgaben in einem vorgegebenen Zeitraum erfüllen, weshalb er seinen Arbeitern Überstunden ansetzt.
Deshalb fällt es ihm dann auch schwerer, auf das Wohl seiner Arbeiter zu achten, obwohl er eigentlich als Arbeitgeber auch dafür zuständig wäre. Die Biologie besagt, dass der Mensch fähig sein soll, einer hohen Belastbarkeit standzuhalten, solange es danach ausreichende Erholungsphasen gibt.
Falls man nicht auf die Erholung achtet, kann es zu einem Zusammenbruch des Organismus, seiner Abwehrfunktionen und der Psyche kommen.
Gesellschaftliche Ursachen
Der Bruch zu familiären oder freundschaftlichen oder auch anderen Bindungen zu Menschen führen zu einer wachsenden Unpersönlichkeit oder Anonymität. Das führt dazu, dass der Mensch sich narzisstische Züge aneignet oder einen selbstbezogenen Charakter ausbildet. Dieser Mensch hat Angst vor der Abhängigkeit, leidet unter innerlicher Leere und hat Probleme tiefe und persönliche Beziehungen einzugehen. Daher wird der Arbeitsplatz immer mehr zu dem Lebensbereich, der Bestätigung und Befriedigung verleiht. Der Mensch setzt dann hohe Erwartungen an den Arbeitsplatz, und kann deshalb keine Arbeitsbedingungen akzeptieren, die das Arbeiten für ihn unbefriedigend machen. Aufgrund der heutzutage steigenden Arbeitslosigkeit bleiben die meisten, die mit ihrem Beruf nicht zufrieden sind, trotzdem bei ihrer Stelle. Der Grund dafür ist die Angst davor, später keine Stelle finden zu können. Das führt zu Unzufriedenheit und Frustration, was schneller zum Burn-out führt.
Auch das moderne Leben, welches einem die Möglichkeit nimmt, sein Leben selbständig und sicher zu planen, kann einen Menschen verunsichern. Für jede Entscheidung, die das Leben bestimmt, müssen komplexe Prozesse durch Behörden und anderem passieren. Dies nimmt dem Menschen seine eigene Entscheidungsfreiheit und führt zu Stress. Im heutigen Leben ist der Mensch immer auf Spezialisten, Beamten und Maschinen angewiesen, was ihm seine Autonomie nimmt. Da wir in unserer Gesellschaft auf Rollen festgelegt werden, wird es für uns unmöglich alle Bereiche des Lebens selbst zu bestimmen und zu bewältigen.
Aufgrund der Spezialisierung im Bereich der helfenden Berufe, weiß der Betroffene, dass hohe Erwartungen an ihn von der Gesellschaft gestellt werden, was ihn unter Druck setzen kann. Auch die heutigen bürokratischen Kontrollsysteme werden oft von den Arbeitern als eine unnötige Arbeit empfunden, die einem nur die wirklich sinnvolle Arbeit erschwert.
Merkmale und Symptome
Charakteristisch für das Burn-out Syndrom ist der Zustand von emotionaler und physischer Erschöpfung. Das zeigt sich z.B. durch Leistungs- und Antriebsschwäche. Der Betroffene kann sich nicht mehr erholen, auch wenn er es versuchen würde. Er nimmt eine zynische und abweisende Grundstimmung gegenüber seinen Mitmenschen und seiner Arbeit ein. Diese negative Einstellung kann sich auch auf Kollegen auswirken und somit das Arbeitsklima verschlechtern.
Da sich das Syndrom aufbaut kann sich dessen Aufbauprozess in Phasen aufteilen.
Symptome der Anfangsphase
· Vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele
· Der Betroffene arbeitet pausenlos und verzichtet auf Erholungsphasen. Er glaubt aufgrund seines übermäßigen Engagements, unentbehrlich und vollkommen zu sein, deshalb neigt er dazu seine Kollegen zu entwerten. So macht er sich auch bei ihnen unbeliebt. Der Beruf wird für den Betroffenen zum wichtigsten Lebensinhalt.
· Hyperaktivität
· Die eigenen Bedürfnisse werden vernachlässigt. Z.B. verzichtet der Betroffene auf Essen während der Arbeit, um diese schneller zu beenden.
· Misserfolge werden einfach verdrängt und nicht akzeptiert oder anerkannt.
· Die sozialen Kontakte beschränken sich nur mehr auf die Beruflichen. Der Großteil an Kontakten, die er pflegt, sind nur mehr welche zu Kunden oder Kollegen. Dabei kann es passieren, dass der Partner oder die Familie vernachlässigt werden.
· Ständige Erschöpfung
· Chronische Müdigkeit: Es ist irrelevant, wie viel der Betroffene schläft, er fühlt sich trotzdem am Morgen völlig niedergeschlagen.
· Der Betroffene sucht Ablenkung im Konsum von Alkohol, Zigaretten oder anderen Suchtmitteln, auch in Internetaktivitäten oder PC-Spielen. Auch in häufigerem Sex und vielem Essen wird die Ablenkung gesucht.
· Konzentrationsschwäche
· Schlafstöungen
· Angstzustände und Depressionen
Reduziertes Engagement
Dieses übermäßige Engagement schlägt schließlich ins Gegenteil um. Der Betroffene zieht sich dann zurück. Dabei sind folgende Merkmale zu beobachten:
· Der Betroffene kann keine positiven Gefühle für den Klienten aufbauen.
· Man neigt zur Stereotypisierung: Der Betroffene bewertet Eigenschaften einer Personengruppe negativ und differenziert dabei nicht.
· Das Bedürfnis zu Distanz wächst immer mehr. Der Betroffene meidet soziale Kontakte.
· Der Betroffene zeigt ein sehr aggressives und depressives Verhalten, indem er anderen(aggressiv) oder sich selbst(depressiv) die Schuld zuschiebt.
· Der Betroffene nimmt Kontrollmittel und Strafen verstärkt hin und nimmt mehr an Medikamenten und Alkohol zu sich.
· Der Betroffene nimmt eine negative Einstellung gegenüber seiner Arbeit ein und vernachlässigt auch diese immer mehr.
· Zuhören und Reden werden zu einem Problem, weshalb der Betroffene Freunden, Partnern und der Familie aus dem Weg geht, um Konflikte zu vermeiden.
· Der Betroffene stellt erhöhte Ansprüche an seine Mitmenschen, da er sich oft ausgenutzt und zu wenig anerkannt fühlt.
Eine emotionale Reaktion: die Schuldzuweisung
Eine emotionale Reaktion entsteht durch eine „emotionale Produktion“, die nicht nur auf emotionaler Ebene stattfinden muss. Wenn die Ursachen Attritbutionsfehler1 enthalten und die Tatsachen nicht richtig abbilden, muss dies auf emotionaler Ebene angesprochen und verstanden werden. Probleme, die mit dem Burn-out Syndrom verbunden werden, führen zu Desillusionisierung, die durch Enttäuschungen und Niederlagen zur Resignation führt. Das bewirkt das Aufgeben von einst wichtigen Lebenszielen. Das kann sehr schmerzhaft für den Menschen sein, weshalb er auch Zeit zum verarbeiten davon braucht. Dabei kann es zu Schuldzuweisungen kommen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Diese zeigt sich durch Aggression gegen andere und gegen sich selbst. Die Betroffenen fühlen sich meist hilflos und haben das Gefühl über alles die Kontrolle zu verlieren. Unter anderem leiden sie auch unter Schuldgefühlen und mindern ihr eigenes Selbstwertgefühl. Es kann auch sein, dass sie ihrer Umwelt die Schuld geben wollen, obwohl die Ursachen für die Probleme gar nicht in der Umwelt liegen. Der Betroffene lehnt hilfreiche Veränderungen im Beruf ab und neigt zu Wutausbrüchen.
Abbau des Engagements
Wenn die Probleme länger andauern, führen sie zum Abbau des Engagements. Dieser zeigt sich in der Arbeit durch folgende Symptome:
· Desorganisiertheit
· Unsicherheit
· Probleme bei komplexen Aufgaben oder Entscheidungen zu treffen, sowie eine verringerte Kognitive Leistungsfähigkeit
· Verminderte Kreativität und Motivation
· Der Betroffene erfüllt nur mehr das, was vorgeschrieben ist.
Auch im privaten Leben zeigt sich dieser Abbau des Engagements, indem der Betroffene sich immer mehr zurückzieht und somit seine Kontakte zur Familie und seinen Freunden und Kollegen vernachlässigt. Dabei kann es auch dazu kommen, dass der Betroffene seinen Partner verlässt und so vereinsamt.
Verflachung
Neben dem Abbau des Engagements kommt es auch zur Verflachung des emotionalen, mentalen und sozialen Lebens. Dabei treten Symptome auf, wie:
· Gleichgültigkeit und Desinteresse im Allgemeinen. Dieses Desinteresse bewirkt, dass tragische Vorfälle oder Erfreuliches nicht mehr wirklich wahrgenommen werden. Solches wird einfach nur mehr hingenommen. Es ist keine Form von Gefühl zu bemerken, bei Geschehen, die sonst für Trauer oder Freude verantwortlich wären.
· Der Betroffene konzentriert sich nur mehr auf seine eigene Person.
· Durch diese Verflachung und das Desinteresse kommt es auch zu Problemen bei sozialen Kontakten:
o Vermeidung von Kontakten
o Starke Anhänglichkeit an eine bestimmte Person
o Ständige Suche nach interessanten Kontakten
Verzweiflung
Im Endstadium verspürt der Betroffene nicht mehr als Verzweiflung. Alles auch das eigene Leben wird als sinnlos angesehen. Man fühlt sich allem ausgeliefert und dabei hat man das Gefühl nichts an der Situation ändern zu können. Der betroffene resigniert voll und ganz. Er gibt sich, seine Umgebung und letztlich auch sein Leben auf. Diese Gefühle und Empfindungen führen meist zu Depressionen und schließlich zum Selbstmord oder zu SVV(selbstverletzendes Verhalten).
Viele Psychologen haben mehrere Arten von Phasen des Burn-out Syndroms beschrieben:
Freudenberger beschreibt zum Beispiel eine Entwicklung vom empfindsamen zum empfindungslosen Stadium.
Ø Empfindsames Stadium: Negative Gefühle werden nicht beachtet, erhöhtes Engagement, und die chronische Müdigkeit wird verdrängt
Ø Empfindungsloses Stadium: Gleichgültigkeit, Schuldzuweisungen an Umwelt, Desorientierung und Angst nicht anerkannt zu werden
Lauderdale teilt den Weg zum Burn-out in drei Phasen auf, die bei der Verwirrung beginnen und über die Frustration zur Verzweiflung führen.
Ø Verwirrung: Der Betroffene hat das Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Weiters wird grundlose Angst und innere Anspannung beschrieben. Der Betroffene beschwert sich auch über Kopfschmerzen, Verspannungen und andere psychosomatische Krankheitsbilder.
Ø Frustration: Hier machen sich Gefühle, wie Gereiztheit, Unzufriedenheit und Ärger breit. Der Betroffene fühlt sich ausgenutzt und betrogen. Der Patient flüchtet in einen neuen Job, oder in die Sucht von Drogen oder Medikamenten. Dabei verstärken sich die gesundheitlichen Beschwerden immer mehr.
Ø Verzweiflung: Gefühl von Sinnlosigkeit tritt auf. Der betroffene sieht sich als Versager und er misstraut immer mehr seinen Mitmenschen. Man ist schnell erschöpft, das Leben gewinnt mehr an Routine, letztendlich zieht sich der Patient zurück und verfällt in Apathie.
Auch Edelwich beschrieb mehrere Phasen:
Ø Idealistische Begeisterung gepaart mit Selbstüberschätzung, hoher Energieaufwand, zu viel an Identifizierung mit der Arbeit und seiner Klienten
Ø Nach den ersten Enttäuschungen Kommt es zu einem Stillstand.
Ø Der betroffene orientiert sich hauptsächlich an seinem Beruf.
Ø Frustration: kann durch Erfolg- und Machtlosigkeit, Probleme mit der Bürokratie und mangelnder Anerkennung durch die Klienten ausgelöst werden
Ø Körperlich Beschwerden: Essprobleme, Schlafstörungen, Drogenkonsum
Ø Apathie und Verzweiflung
Maslach definierte für das Burn-out Syndrom genau drei Phasen:
Ø Emotionale und physische Erschöpfung
Ø Rückzug: Aufgrund der Erschöpfung kommt es zu einer negativen Einstellung gegenüber anderen, wie Kollegen, Klienten und Patienten. Auch gegen sich selbst nimmt der Betroffene diese negative Einstellung ein. Der Betroffene wird immer zynischer und zieht sich mit der Zeit immer mehr zurück. Er verrichtet nur mehr das Notwendigste für seine Arbeit und meidet Probleme und Veränderungen.
Ø Im Endstadium verstärkt sich die Ablehnung gegenüber sich selbst und andere mehr. Er fühlt sich seine Aufgaben nicht mehr gewachsen und unfähig, inkompetent.
Hobfoll hingegen beschreibt die Entwicklung eines Verlustes der Fähigkeiten. Dabei gibt er im Gegensatz zu anderen Psychologen keine Reihenfolge der Symptome an. Hobfoll und Buchenwald beschreiben diesen Prozess in ihrer Theorie der „Ressourcenerhaltung“. In dieser wird der Verlauf von Burn-out als ein Prozess gesehen, bei dem aufgrund von hoher Arbeitsbelastung die Potenziale eines Menschen schneller verbraucht werden als sie ersetzt werden können. Dieser Prozess des langsamen Verlierens „der Ressourcen“ wird als Spiralen beschrieben. Meist ist dies ein schleichender Prozess, weshalb es viele Menschen bei sich selbst nicht so schnell bemerken können.
Man kann diese Phasen sehr gut zusammenfassen. Es beginnt mit einem riesigen Enthusiasmus, wenn jemand z.B. einen neuen Beruf angeht oder eine größere Aufgabe erledigen will, die nicht an Perfektion mangeln sollte. Nicht jeder muss auf Burn-out anfällig sein. Es ist sehr stark abhängig, wie ein Mensch mit Stress umgehen kann und welches Selbstbild er hat. Denn, wenn dieses zu weit von der Realität entfernt ist, und jemand versucht dieses Bild zu erreichen, und deshalb zu hohe Erwartungen an sich stellt, kann es sehr schnell und leicht zu einer Enttäuschung führen. Darauf folgt Resignation und das führt wiederum zu einem hohen Desinteresse an der Arbeit, für die man vorher motiviert war. Der Betroffene wird zynisch und negativ seiner Arbeit und seinen Klienten gegenüber. Man wird phlegmatisch und kann sich zu ichts antrieben, weder beruflich noch privat. Wenn diese Apathie länger anhält, spricht man vom Burn-out Syndrom.
Behandlung
Wen sich der Betroffene erst in den Anfangsphasen befindet, kann schon eine Kur oder ein Arbeitsplatzwechsel helfen. In den fortgeschrittenen Stadien muss professionelle Hilfe durch eine Psychotherapie erfolgen. In dieser soll dem Betroffenen beigebracht werden seine Leistungsfähigkeiten besser ein zu schätzen. Weiters lernt er keine zu hohen Lebenserwartungen zu haben, um nicht wieder enttäuscht zu werden. Auch eine medikamentöse Behandlung duch Antidepressiva kann nötig sein. Dabei werden hauptsächlich SSRI (selektiva Serotonin- Wiederaufnahme Hemmer) verschrieben. Da sich Burn-out sehr stark auf die Psychosomatik auswirkt, müssen auch die körperlichen Beschwerden behandelt werden, was auch den Heilungsprozess von Burn-out beschleunigen kann.
Quellenverzeichnis
www.wikipedia.org (1.4.2010)
www.palverlag.de/Burnout.html (30.3.2010)
www.psycho-soziale-gesundheit.de/psychiatrie/burnout (30.3.2010)
www.focus.de/.../symptome/burnout/burn-out-syndrom (16.3.2010)
http://www.iasag.ch/blog/fragebogen.burnout.pdf
http://www.curado.de/Diagnose-Burnout-Syndrom-14680/
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