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Das Leben von Sigmund Freud

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Sigmund Freud

 

 

Schlomo Sigismund wurde am 6. Mai 1856 in Freiberg, Mähren geboren. Scholomo Sigismund, der mit 16 Jahren (wenn zunächst auch nicht konsequent) seinen Namen zu Sigmund verkürzt, ist der erstgeborene Sohn aus der Ehe des zu dieser Zeit vierzigjährigen Kallamon Jacob Freud und der knapp 20 Jahre jüngeren Amalia Freud (geb. Nathanson). Sigmund Freud wächst in bescheidenen und engen Verhältnissen auf. 1856 war Freiberg eine Stadt mit 4800 deutschen und tschechischen Einwohnerne, welche zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte. Es liegt rund 250 Kilometer nordöstlich von Wien.

Als Kallamon Jacob Freuds bis dahin florierendes Geschäft als „Händler von Tüchern, Wolle, Honig, Talg etc.“ durch die 1873 einsetzende Wirtschaftskrse bankrott geht, zieht die Familie zuerst nach Leipzig und wenig später nach Wien. Als die Familie Freud nach Wien kommt, zieht sie zunächst in eine kleine Wohnung in der Weißgerberstraße, dann in die Pillersdorfgasse, bis sie später eine Wohnung in der Pfeffergasse in der Leopoldstadt (2. Wiener Bezirk) gefunden hat. Leopoldstadt galt im frühen 17. Jhd als das jüdische Ghetto Wiens und auch später – nach der Vertreibung der Juden 1670 – etablierte sich die Leopoldstadt wieder als „jüdischer Bezirk“. Diese Sechszimmerwohnung zeigte bescheidenen Wohlstand – auch wenn es trotzdem relativ kleine Verhältnisse für eine achtköpfige Familie sind. 1865 wird Freud in das Communal-Realgymnasium aufgenommen, welches sich auch in Leopoldstadt befindet. Freud ist ein sehr guter Schüler und 1873 besteht er in diesem Realgymnasium die Matura mit Auszeichnung. 1875 zieht die Familie Freud wieder um: Diesmal in die Kaiser-Josef-Straße (heute Heinestraße), in der Freud bis zu seinem 25 Lebensjahr lebt. Auch hier sind die Verhältnisse sehr beengt – Sigmund aber bekommt als einziger ein eigenes Zimmer. Anfänglich hatte Freud Pläne Jus zu Studieren, 1873 immatrikuliert er sich aber an der medizinischen Fakultät der Universität Wien.

1874 wird er von Carl Claus, einer seiner Professoren für Zoologie, gefördert, indem ihm dieser ein Stipendium besorgt. 1879 tritt er seinen einjährigen Militärdienst an, in welchem er seinen Geburtstag in Arrest verbringen musste, da er ohne Urlaubsgenehmigung dem Dienst fernblieb. 1881 promoviert Freud mit dem Thema „Über das Rückenmark niederer Fischarten“ zum Doktor der Medizin. Mit der Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse ist für Freud das zoologische Kapitel seiner akademischen Laufbahn abgeschlossen.

1882-1885 arbeitet Freud im Laboratorium für Gehirnanatomie im Wiener Allgemeinen Krankenhaus unter Theodor Meynert. 1882 verlobt er sich auch mit Martha Bernays, welche aber in Hamburg lebte. Aus diesen Grund hatten beide einen eifrigen Briefkontakt. 1884-1887 befasste er sich mit Forschungen über die Droge Kokain. Selbstversuche und andere Erfahrungsberichte verfasste er in der Studie „Über Coca“ , welche 1884 veröffentlicht wurde. Freud versuchte auch seinen Morphium abhängigen Freund Dr. Fleischl mit Kokain als Substitutionsmittel zu heilen. Freud scheiterte, was er aber in seinen Publikationen nicht zugibt, sondern nur in privaten Briefen an seine Verlobte. 1885 erhält Freud ein halbjähriges Reisestipendium, das er für einen Aufenthalt an der psychiatrischen Klinik Salpêtrière nutzen will. Dort lernt er Jean-Martin-Charcot, bekannter Professor für Pathologische Anatomie, kennen. Außerdem ist Charcot auch für seine Forschungen im Bereich Hysterie und Hypnose bekannt, was Freud auch sehr interessierte. Die beiden „Entdeckungen“ Hypnose und Hysterie, die Freud in Paris macht, verhalfen ihm und seinen Freund Josef Breuer zum Erfolg beim Fall der „Anna O.“. Gemeinsam Erarbeiten sie so auch die „Sprechtherapie“ – die Vorstufe zur Psychoanalyse. „Anna O.“ war der Deckname von Bertha Pappenheim, welche aus einer wohlhabenden Familie entstammt, in Freuds und Breuers Veröffentlichungen. Diese war lange in Behandlung wegen „Hysterie“ und wurde letztendlich auch geheilt. Am 25. April 1886 lässt sich Freud als Arzt nieder und leitet auch die neurologische Abteilung im Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitut bis 1987.

Ein Jahr bevor Freud das Krankeninstitut verließ, also 1886 haben Sigmund und Martha Freund endlich geheiratet. Aus dieser Ehe gingen 6 Kinder hervor: Mathilde, Martin, Oliver, Ernst, Sophie und Anna.

1889 besuchte Freud Hippolyte Bernheim in Nancy (Frankreich), der Versuche mit der so genannten posthypnotischen Suggestion durchführte. Aus Versuchen wie diesen schloss Freud, dass es kein Unbewusstes geben muss, welches für einen Großteil menschlicher Handlungen verantwortlich ist. 1891 zog Freud in die Berggasse 19 für die nächsten 47 Jahre.

Im Jahr 1896 spricht Sigmund Freud erstmals von der „Psychoanalyse“ und meint damit eigentlich „das etwas subtile Ausforschungsverfahren von Josef Breuer“. So wurde Bertha Pappenheim nämlich geheilt: Man musste ihre Trauma durch Zuhören aufspüren und diese sie dann aussprechen lassen. Sie musste die Trauma benennen, also was sie erlebt hat (Gewalt, Ekel, Entwertung..etc), was aufgrund der „guten Erziehung“ nicht ging. In diesen Jahren formuliert er auch nach selbstanalytischen Betrachtungen erstmals die These vom „Ödipus-Komplex“. 1900 veröffentlichte Freud eines seiner Hauptwerke: Die Traumdeutung. Weitere Werke folgen in kurzen Abständen: Zur Psychopathologie des Alltaglebens (1901), Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten (1905) und Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905). 1902 gründet Freud die „Psychologische Mittwochs-Gesellschaft“, welche 1908 die Wiener Psychoanalytische Vereinigung ist. 1908 beruft Freud den ersten psychoanalytischen Kongress in Salzburg ein. 1910 gründet Freud die „Internationale Psychoanalytische Vereinigung“ und es folgen 1911 die „amerikanische Psychoanalytische Vereinigung“ sowie 1919 die „britische psychoanalytische Vereinigung“.

1923 entdeckt Freud an seinem Gaumen eine Geschwulst, die er auch entfernen lässt. Es wird Krebs diagnostiziert. Das ist die erste von 30 Operationen, die Freud in den nächsten 16 Jahren über sich ergehen lassen muss.

In den 1920er Jahren verhalfen ihn zahlreiche neue Werke von ihm zu internationalen Ruhm als Psychoanalytiker. Bedeutend waren vor allem folgende Werke: Jenseits des Lustprinzips (1920), Massenpsychologie und Ich-Analyse (1921), Das Ich und das Es (1923), Die Zukunft einer Illusion (1927) und Das Unbehagen in der Kultur (1930). 1930 bekommt Freud den erst 1927 gegründeten Goethe-Preis verliehen.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fielen auch Freuds Werke der Bücherverbrennung zum Opfer. Zuerst ironisierte Freud die Verbrennung in Deutschland nur, da er sich in Österreich sicher fühlte. Nach dem Einmarsch der Deutschen Truppen 1938 in Österreich wurde Anna Freud von der Gestapo verhört. Aufgrund guter Kontakte Freuds gelang es beinahe der gesamten Familie Freud nach England zu flüchten. Freud emigrierte am 4. Juni 1938 nach London wo er im Stadtviertel „Hampstead“ ein Haus bezog. Vier der fünf Schwestern Freuds blieben in Wien zurück und starben in Konzentrationslagern. Gezeichnet und schwerkrank durch den Krebs setzte Freud durch Sterbehilfe im Exil seinem Leid ein Ende. Am 23. September 1939 um 3 Uhr morgens stellte sein Arzt Max Schur nach einer von Freud gewünschten tödlichen Dosis Morphin dessen Tod fest. Er ist mit seiner Frau Martha und der Tochter Anna auf dem Urnenfriedhof „Golders Green“ in London beigesetzt.

 

 

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