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Rachmaninows Klaviermusik

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Inhaltsverzeichnis

Biographie. 2

2.Klavierkonzert. 6

Cis-Moll Präludium.. 8

3.Klavierkonzert in d-Moll 10

Erläuterungen. 12

Quellenverzeichnis. 13

iographie

8aBiographie

Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow wurde am 20.März 1873 in eine Industriellenfamilie hineingeboren. Die Rachmaninows waren Landadelige und werden zum Mittelstand der aristokratischen Ständepyramide gezählt. Die Mutter, Ljubow Petrowna Butakowa, versorgte die Familie mit 5 landwirtschaftlichen Betrieben. Diese dominierte in der Ehe die Erziehung von Sergej R., trotzdem fühlte er sich immer zum Vater hingezogen, was in seinem späteren Leben zu psychischen Problemen führte. Da der Vater kein großes Wissen über Ökonomie hatte, führte er die 5 Betriebe in den Bankrott. Daher musste die Familie, aufgrund von schweren Geldproblemen 1882 nach St.Petersburg ziehen, wo sich die Eltern auch gleich trennten.

Mit 4 Jahren bekam Rachmaninow seinen ersten Klavierunterricht bei seiner Mutter. Dabei sang sie ihm Schubertlieder vor und er sollte zu den gehörten Klängen etwas dazu improvisieren. Jedes Mal, wenn Sergej R. etwas Schlimmes getan hatte, musste er sich zur Strafe unter dem Flügel verstecken und warten bis ihm erlaubt wurde, wieder hervorzukommen. Seine 2.Klavierlehrerin war eine Absolventin des St.Petersburger Konservatoriums, welche es auch nicht schaffte ihm mehr Freude am Klavierspiel zu bereiten. Danach wird er in eine Anfangsklasse im St.Petersburger Konservatorium geschickt, wo sein Gehörbildungslehrer Rubets ihm beibrachte aus kompliziertesten Stücken jeden einzelnen Ton herauszuhören. Sein Hauptfachlehrer war Demjanskij, der die Juniorklassen in Gehörbildung, Musikgeschichte, Gesang, Chorsingen oder Solfeggioübungen lehrte.

Konservatorien waren Ganzheitsschulen. Dort gab es nicht nur die Fächer zur Musikerziehung sondern auch allgemeinbildende Fächer, wie Französisch, Russisch, Deutsch, Mathematik, Geographie, Geschichte und Religion. Rachmaninow hasste diesen Drill des Konservatoriums und machte auch zu Hause psychisch die Hölle durch. Der bankrotte Vater, der untergetaucht war, galt in der Familie für tot. Als sein großer Bruder die Familie wegen dem Militär verließ, musste Sergej das Familienoberhaupt sein, so wie es im patriarchalischen Russland üblich war. Doch dies war für den sensiblen Sergej zu viel, was sich schließlich auf seine Noten auswirkte. Deshalb fiel er bei der Abschlussprüfung in allen allgemeinbildenden Fächern durch und sein Stipendium wurde ihm daher auch entzogen. Daraufhin bat Sergejs verzweifelte Mutter ihren Neffen Alexander Siloti, welcher auch durch sein Klavierspiel bekannt wurde, um etwas Hilfe. Dieser schickte Sergej Rachmaninow nach einer Stunde zuhören nach Moskau zu einem alten Lehrer von ihm, Swerjew.

Nicolaj Swerjew (1832-1893) war als Klavierprofessor der Unterstufe am Moskauer Konservatorium tätig. Es war bekannt, dass er seine Schüler rau behandelte, sie körperlich züchtigte und ihnen jede psychische und physische Kraft abverlangte. Er nahm öfters Privatschüler kostenlos bei sich auf. Dafür erwartete er von seinen Schülern absoluten Gehorsam und den Abbruch fast aller Beziehungen zum Elternhaus. Jeder Schüler musste schon um 6 Uhr in der Früh am Klavier sitzen und 3 Stunden üben.

1888 wechselte Rachmaninow in die Klasse von Siloti und währenddessen nahm er noch Unterricht bei Arenski in der Harmonielehre. Beim Direktor des Konservatoriums, Tanejew, lernte er die Instrumentierung und den Kontrapunkt. 1889 zog Rachmaninow endgültig bei Swerjew aus, weil dieser ihm kein eigenes Zimmer geben wollte und ihm nicht bei der Miete für ein Klavier helfen wollte. Rachmaninow zog zu seiner Tante Warwara Satina. Dort befasste er sich zum ersten Mal mit der Kompositionsform des Kunstliedes und vertonte die Gedichte „Am Tor des Paradieses“ und „Ich will dir nichts erzählen“ von Lemontow und Fet.

Sergejs R. Tante hatte 4 Kinder und die Jüngste, Vera, hing sehr an Sergej.

Oft neckte er sie mit vielen Spitznamen, die er sich für sie ausgedacht hatte. Als die Mutter merkte, dass sich das Verhältnis der beiden über das Platonische hinaus entwickeln sollte, verbat sie Sergej Briefe an sie zu schicken und sie alleine zu treffen. Rachmaninow widmete seine Romance für Cello und Klavier seiner Cousine Vera.

Nach einiger Zeit beschloss Arenski Rachmaninow bei der Abschlussprüfung in freier Komposition an zu melden. Um diese zu bestehen, brauchte Sergej R. eine sinfonische Arbeit und mehrere Vokalrezitative. Das war nur zum Vorarbeiten zur Diplomarbeit: einer Oper. Das Libretto konnte Rachmaninow erst 1892 lesen. Also zog er sich für eine kurze Zeit wieder zu seiner Tante Warwara, um sich für die Prüfung vorzubereiten. Als erstes begann er mit einer Sinfonie in d-Moll, die später unter dem Titel „die Jugendsinfonie“ bekannt geworden ist. Dieses Werk besteht aus einem Prelude in F-Dur für Klavier solo und einer Romanze in der gleichen Tonart A-Dur. Rachmaninow nannte es „Zwei Stücke für Klavier zu sechs Händen“.

Die Prüfungskommission ehrte ihn mit der großen Goldmedaille für seine Oper, die er später „Aleko“ nannte. Am 27.April 1893 wurde die Oper, welche im Zigeunermilieu spielt, im Bolshoi-Theater uraufgeführt und erntete recht gute Kritik. Rachmaninow verfasste schon vor diesem Werk andere Stücke, wie z.B. das erste Klavierkonzert in fis-Moll, dem er eigentlich die Opuszahl 1 geben wollte. 1893 vollendete er die sinfonische Dichtung „der Felsen“ und die Suite für2 Klaviere op.5, die er Peter Tschaikowski widmete. Als Tschaikowski plötzlich starb, komponierte Rachmaninow das Trio elegiaque Nr.2, das er dann „dem Andenken eines großen Künstlers“ nannte.

Rachmaninow hatte einen Verleger, der alles veröffentlichte, was er verfasste. Wegen finanziellen Problemen gab Rachmaninow Klavierunterricht. Weil er das ständige Reisen hasste, brach Rachmaninow die Konzerttournee durch Russland ab. Seine 1.Sinfonie in d-Moll wurde am 15.März 1897 uraufgeführt. Leider reagierten die Kritiker und das Publikum mit Ablehnung darauf. Aufgrund dieser schweren Kritik geriet Rachmaninow in Depressionen und somit auch in eine Schaffenskrise. Von da an arbeitete er als Dirigent an der Moskauer Oper. Erst als die Familie Satin ihm riet sich in ärztliche Behandlung zu begeben, ging er zu dem russischen Psychologen Nikolai Dahl. Dieser schaffte es Rachmaninow mittels Hypnose mehr Selbstvertrauen zu geben.

So begann Rachmaninow an seinem 2.Klavierkonzert op.18 in c-Moll zu arbeiten. Dieses Werk zählt heute noch zu den bekanntesten Stücken aus der Romantik. Zuerst wurden 1900 der 2. Und der 3.Satz aufgeführt. Am 27.Oktober 1901 wurde das ganze Werk unter der Leitung Silotis aufgeführt. Im Jahr 1902 heiratet Rachmaninow seine Cousine Natalja Satina, die auch Schülerin am Moskauer Konservatorium gewesen ist. Aus seiner Ehe mit ihr gingen zwei Töchter hervor. 1904 wird er Dirigent am Bolschoi-Theater. Dort führte er neue Regeln für das Orchester ein: der Dirigent stand nicht mehr neben dem Souffleurkasten, sondern wieder unten im Orchestergraben; die Musiker, welche für gewisse Passagen ausfielen, durften den Orchestergraben nicht verlassen. Dadurch erntete er wieder positive Kritik von der Presse.

Von 1906 bis 1908 verbrachte Rachmaninow die Wintermonate mit seiner Familie in Dresden. In seinen Arbeiten ließ er sich von seinen Besuchen in der „Semperoper“ und im Leipziger Gewandhaus inspirieren. Dort entstanden die 2.Sinfonie op.27, die 1.Klaviersonate op.28 und die sinfonische Dichtung „die Toteninsel“ op.29. Diese sinfonische Dichtung verfasste er, als er das gleichnamige Gemälde von Arnold Böcklin in einem Schwarz-Weiß-Druck gesehen hatte.

Als er das Original sah meinte er, wenn er gewusst hätte, dass das Original so aussehe hätte er dieses Werk nicht verfasst. Für die Klaviersonate ließ er sich von Goethes Faust beeinflussen.

Die Themen der einzelnen Sonatensätze stellten für Rachmaninow Faust, Mephistopheles und Gretchen dar.

1909 begann Rachmaninow mit seinen Vorbereitungen für eine USA-Tournee. Dafür komponierte er das 3.Klavierkonzert in d-Moll. Obwohl die Konzerte erfolgreich waren, war Rachmaninow vom amerikanischen Publikum enttäuscht, weil sie sein 3.Klavierkonzert auf das cis-Moll Präludium reduzierten.

Von diesem Werk konnte Rachmaninow nicht profitieren, da er die Urheberrechte dafür nicht sichern lassen hatte. 1910 bildeten sich 2 Gruppen in der Musikszene Russlands. Eine Gruppe sammelte sich um den Komponisten Skrjabin, den Rachmaninow schon von Studienzeiten kannte. Diese bereiteten einen neuen Weg für die Tonalität. Da Rachmaninow an der Romantik festhielt, bekam er oft schlechte Kritiken. Wegen dieser Besinnung auf die Romantik wurde er als „der letzte Romantiker“ bezeichnet. Angehörige der Schönberg-Schule kritisierten Rachmaninow heftig, wie z.B. Strawinsky und Strauss.

Alexander Skrjabin spielt in Rachmaninows Leben eine große Rolle. Beide kannten sich schon seit ihrer Konservatoriumszeit. Doch als sich die Tonalität entwickelte, wurden sie langsam zu Konkurrenten. Oft provozierten sich die Beiden. Angeblich soll sich Skrjabin vor einer gemeinsamen Aufführung betrunken haben, um zu sehen, wie gut Rachmaninow dirigieren konnte. Auch Rachmaninow provozierte gerne seinen Gegner. Zum Beispiel soll er ein Stück aus der Partitur des „Prometheus“ gespielt haben und dann Skrjabin gefragt haben, welche Farbe das jetzt sein soll. Dies reizte wiederum Skrjabin sehr. Trotzdem zeigte Rachmaninow tiefe Trauer, als Skrjabin 1915 starb. Er veranstaltete eine ganze Tournee, in der er Werke von Skrjabin spielte. Kritiker waren einerseits zufrieden mit Sergejs Interpretation, dennoch gab es Stücke, die nicht so befriedigend waren, wie wenn sie Skrjabin gespielt hätte.

Aufgrund des Beginns des 1.Weltkriegs war Russland von Europa getrennt, weshalb es auch der russischen Musik schwer fiel, sich mehr Gehör in Europa zu verschaffen. Rachmaninows Tourneen waren sofort beendet. Deshalb hielt Rachmaninow nur mehr Konzerte in Russland ab. Aufgrund der damaligen Inflation, flüchtete Rachmaninow mit seiner Familie auf einen Landsitz in Uwarowo. Während der Oktoberrevolution verbrachte er seine Zeit in Moskau. Als er ein Angebot bekam, in Schweden auf zu treten, stimmte er sofort zu und beschloss auch gleich dort zu bleiben. Nach einigen Auftritten in Schweden und Dänemark bekam er Angebote aus den USA, als Dirigent zu arbeiten. Jedoch entschied er sich weiterhin als freier Künstler zu arbeiten. Mit der Zeit schaffte er es zum begehrtesten und bestbezahlten Klaviervirtuosen in Amerika zu werden. Diesen Wunsch hatten viele russische Musiker wie Siloti und Skrjabin. So konnte er sich ein Luxus-Leben leisten. Jedoch hatte er bis zu seinem Todesjahr keine amerikanische Bürgerschaft. Diese wurde auch nur von seiner Familie verlangt, damit die Erbschaftsfragen geklärt werden konnten.

Rachmaninow verfasste im Exil keine Werke mehr, weil ihm die Inspiration Russlands fehlte. Sein letztes Stück, welches er in Russland 1916 komponiert hatte, war der 2.Band der „Etudes tableaux“ op.39. In der Zeit von 1919 bis 1925 komponierte er nur mehr Bearbeitungen von fremden Werken. Die Bekanntesten davon waren „Liebesleid“ und „Liebesfreud“ von Fritz Kreisler. In der Zeit von 1925 bis 1928 komponierte er das 4.Klavierkonzert op.40.

Dieses entstand möglicherweise 1914 in Iwanowka. Die 3 Orchesterlieder op.41 entstanden 1926. Nur beinhalteten sie keine neuen Themen, da sie auf russischen Volksliedern basierten.

Wegen der Sehnsucht nach Europa, legten sich die Rachmaninows 1930 ein Grundstück in der Schweiz zu, wo sie eine Villa errichten ließen. Dort fand er wieder Ruhe, um an weiteren Kompositionen zu arbeiten. Dort entstanden 2 Variationen von Themen Corellis, sein Opus 42(1931) und „Paganini“ op.43 (1934). In „Paganini“ findet sich der für Rachmaninow typische Erfindungsreichtum an Melodien, der auch in seinem 2.Klavierkonzert für große Popularität sorgte. Durch den Erfolg dieses Werkes war Rachmaninow ermutigt, sich an noch eine Sinfonie zu wagen. Obwohl er keine herausragende Kritik dafür erntete, ging Rachmaninow selbstbewusst damit um. Beim Ausbruch des 2.Weltkriegs entstanden in Huntington auf Island „die sinfonischen Tänze“, die sein letztes Werk sein sollten. Dieses Werk basiert auf einem autobiographischen Programm. Die letzten paar Jahre bearbeitete er nur noch das Wiegenlied von Tschaikowski und sein 4.Klavierkonzert von neuem.

1942 legt sich Rachmaninow ein Grundstück in Beverly Hills zu. Auf seinen Konzerttouren gewöhnte sich Rachmaninow einen hohen Konsum an Zigaretten und Kaffee an. Am 23.März 1943 starb Sergej R. kurz vor seinem 70.Geburtstag an Krebs. Eigentlich wollte er in Russland begraben werden, stattdessen befindet sich heute seine Ruhestätte in New York City.

Neben seinen vielen Sinfonien und Klavierkonzerten, komponierte er auch Opern und Tondichtungen.

 

2.Klavierkonzert

Hintergrund und Entstehung:

Das 2.Klavierkonzert wurde 1900/01 komponiert und am 27.Oktober in Moskau unter der Leitung von Siloti und Rachmaninow am Klavier als Solist uraufgeführt. Dieses Werk widmete er seinem Psychologen Nikolaj Dahl, der ihm aus seiner Schaffenskrise geholfen hatte. Dieser versuchte hauptsächlich Rachmaninows Schlafstörungen zu beenden, weil sie auch der Grund für seine Konzentrationsprobleme waren. Da er selbst sehr an Musik interessiert war, behandelte er Rachmaninow kostenlos.

Während der Arbeit an diesem Klavierkonzert befand sich Rachmaninow in einer schweren Schaffenskrise. Aufgrund der schweren Kritik von Tolstoj über seine 1.Sinfonie in d-Moll, wollte er nicht mehr in die Öffentlichkeit treten. Er geriet in Selbstzweifel und bald auch in Depressionen. Der Psychologe Nikolaj Dahl schaffte es mittels Hypnose ihm mehr Selbstvertrauen einzuhauchen.

Schon am 15.Oktober wurden der zweite und der dritte Satz des Werkes unter der Leitung Silotis aufgeführt. Obwohl er zuerst an seinem 2.Klavierkonzert zweifelte brachte es ihm den langersehnten Erfolg. Davon inspiriert und ermutigt, begann er mit der Komposition des Kopfsatzes, den er am 4.Mai 1901 vollendete. Währenddessen schrieb er an einer Oper und an seiner 2.Klaviersuite. Zu dieser Zeit war Sergej R. am produktivsten. Jedoch ähneln sich die Werke untereinander aus dieser Zeit. Unter anderem entstanden die 2.Klaviersuite, die Sonate für Klavier und Cello in g-Moll op.19 und die 10 Präludien op.23.

Zuerst stellte er den 2. Und 3.Satz fertig und 1900 wurden diese unter der Leitung Silotis aufgeführt. Obwohl dem Klavierkonzert der Kopfsatz fehlte war das Publikum und die Kritiker begeistert davon.

Aufbau:

· Moderato-a tempo con passione

· Adagio sostenuto

· Allegro sherzando

1.Satz:


die ersten 8 Akkorde des Konzertes

 

Das Soloklavier beginnt mit 8 Akkorden, die zuerst wie Glocken aus der Ferne klingen und sich in der Lautstärke langsam steigern. Nicht jeder kann dieses Stück spielen, weil die Akkorde in Dezimintervallen1 eingebunden sind. Auch Rachmaninow hatte Probleme, dies zu spielen. Deshalb spielte er in seiner Tonaufnahme 1929 in den Akkorden ab dem zweiten das große F als Vorschlag.

1. Thema:

Das erste Thema mit einer schwermütigen Melodie setzt im 11.Takt im Orchester ein und wird von einem Wirbel im Klavierpart begleitet. Ab dem 28.Takt wird das Thema von Celli und später von Streichern weitergespielt. Ab dem 55.Takt übernimmt wieder das Klavier und ab dem 63.Takt wird das Thema in einer Kadenz aufgelöst. Das zweite lyrische Thema in Es-Dur wird von arrhythmischen Akkorden eingeleitet. Zuerst wird dieses Thema vom Klavier vorgestellt und später vom Solisten und dem Orchester weitergespielt.

Die Durchführung beginnt im 161.Takt mit dem Motiv des 1.Themas. Dabei antwortet die Flöte mit as´´-b´´-g´´-as´´-c´´. Dieser Zuruf spielt eine große Rolle, denn dieser wird moduliert und vom Klavier wiederaufgenommen.

Die Tonwiederholungen und die markanten Akkorde bestimmen das Wesen der Durchführung. Das Motiv wird von einer Tonart in die nächste geführt und bis Gis-Dur moduliert. In der Durchführung scheinen die Motive des 2.Themas zurück zu treten, weil sie vom Klavier überlagert werden. Es scheint nur selten auf, z.B. im 218.Takt. Die Reprise setzt im 246.Takt im Orchester ein, dabei setzt das Klavier heftig bestimmt das Zuruf-Motiv entgegen. Das 2.Thema in As-Dur folgt sofort im Takt 298 in den Hörnern. Im 314.Takt wird der Schluss des 1.Satzes eingeleitet.

2.Satz:

Das 1.Thema des Adagio sostenuto in E-Dur beginnt im 9.Takt. Anfangs wird es von der Querflöte vorgestellt und dann von der Klarinette übernommen. Dabei bleibt das Klavier in einer begleitenden Funktion. Ab dem 24.Takt werden die Rollen zwischen Orchester und Solist gewechselt. Im 47.Takt kommt ein leidenschaftlicheres Thema in Moll ins Spiel, welches vom Orchester und dem Klavier durchgeführt werden. Um den Satz ab zu runden, wird das erste Thema noch mal aufgegriffen. Damit wird der 2.Satz auch abgeschlossen.

3.Satz:

Der 3.Stz beginnt mit einem Dialog zwischen Klavier und Orchester. Dabei präsentiert sich das Klavier mit virtuosen Läufen. Das Thema beginnt im 43.Takt und dessen sprunghafte Kadenzen werden mit Läufen kombiniert. Um zum 2.Thema über zu leiten, kommt ein Zwischenmotiv im Takt 75 ins Spiel. Das 2.Thema beginnt im 106.Takt.In dessen Durchführung greift Rachmaninow von Neuem das Thema auf und begeistert mit einem Schlusspart, der hohe Ansprüche an den Solisten stellt, sein Publikum.

Wirkung und Bedeutung:

Die Meinungen über die erste Aufführung gingen noch weit auseinander .Bei der 2.Aufführung, bei der Rachmaninow am Pult stand und Siloti am Klavier saß, feierte er einen enormen Erfolg. Mit dieser Bestätigung war Rachmaninows Schaffenskrise beendet. 1904 erhielt er für dieses Werk den begehrten Glinka-Preis, der von der St.Petersburger Beljaew- Stiftung verliehen wird. Mit diesem Preis wurde er insgesamt dreimal ausgezeichnet, für die Kantate „der Frühling“ op.20 und seine 2.Sinfonie in e-Moll op.27. Aus Dankbarkeit widmete er das Werk seinem Psychologen, Dahl.

 

Cis-Moll Präludium

 

Das cis-Moll Präludium op.3 no.2 zählt zu den bekanntesten Klavierstücken von Rachmaninow, und somit gehört es auch zu den berühmtesten Stücken aus der Spätromantik.

Es entstand im Jahr 1892 und ein Jahr später wurde das Werk veröffentlicht. Am 26.September 1892 führte Rachmaninow das Stück bei einer Moskauer elektrotechnischen Ausstellung auf und am 27.Dezember wurde der ganze Zyklus in Charkow uraufgeführt. Es ist kein langes Stück. Die Spieldauer variiert von Interpret zu Interpret zwischen 3 und 5Minuten.

Nach seinem erfolgreichen Abschluss auf dem Moskauer Konservatorium komponierte Rachmaninow das cis-Moll Präludium. Viel Geld verdiente er dadurch nicht, weil er sich nicht um die Copyrights gekümmert hatte.

Rachmaninow komponierte seine „5 Fantasiestücke“ („cinq morceaux de fantaisie“ op.3) in seiner depressiven Phase. Dieses Werk widmete er seinem Harmonielehre Professor, Arenski.

Aufbau:

Das Präludium ist in 3 Teile zu gliedern und es endet mit einer Coda.

Der erste Teil beginnt mit drei wuchtigen Oktaven in fortissimo2, die mit einem offenen Ende aufhören. Um einen Kontrast in der Dynamik zu schaffen, verwendet Rachmaninow ein pianopianissimo3. Diese erinnern stark an die ersten Akkorde des ersten Satzes vom 2.Klavierkonzert, die ähnlich wie Glocken klingen. Diese Nachahmung von Glocken war typisch für die russische Musik. Dieser Dreitonursprung dient als einzelnes Thema, welches im Lento-Abschnitt variiert wird. Die Schwierigkeit in diesem Stück liegt darin, die Musik nicht abbrechen zu lassen. Am Ende des ersten Teils wird die Melodie immer leiser und klingt wie ein offenes Ende aus.

Was auch den ersten Teil ausmacht, ist die Pedaltechnik die Rachmaninow anwendet. Meist verwendet er das 2.Pedal, damit sich die Akkorde mit demselben Grundton nicht untereinander vermischen. Dieses Pedal wird auch Sostenuto- oder Tonhaltepedal genannt. In diesem Stück dient es dazu, die Dämpfer der Tasten abzuheben. Da jeder seine eigene Art hat, dieses Werk zu interpretieren, hängt die Funktion der Pedale immer vom Interpreten ab. Das 2.Pedal am Piano hat mehr eine Moderato-Funktion und beim Flügel die Tonhaltefunktion.

So wie der erste Teil offen endet, wirkt der zweite Teil so, als würde er aus dem Nichts kommen. Er beginnt ganz ohne Unterbrechung und Zäsur im Agitato. Dieses Tempo ändert sich dann im Laufe des 2.Teils. Dieser zeichnet sich durch einen erregten Triolenabschnitt4 aus und endet mit einer toccatenartigen5 niederbrechenden Martellato-Kaskade. Diese Kaskade zieht sich als Finale durch den 2.Teil. Weiters zu erwähnen sind die ab dem 14.Takt gespielten 13 Intervalle. Diese werden meist als Art arpeggio6 interpretiert. Rachmaninow spielte diesen Abschnitt mit der linken Hand, weil seine Hände groß genug waren, um ein 12 Intervall zu greifen. Dieser Teil endet mit 2 wuchtigen Akkorden in fortissimo.

Diese werden durch ihre Grundtöne in 4 Oktaven und einem 3-fachen sforzato7 angekündigt. Die 2 Akkorde klingen wie die gedämpften Glocken vom Anfang des ersten Teils.

 

Im dritten Teil kehrt das Thema vom Anfang des ersten Teils zurück. Nur ist es im Gegensatz zum ersten Teil des Präludiums gewaltiger. In diesem Teil wird Rachmaninows Virtuosität deutlich und wieder ist darin eine Anspielung auf die russischen Glocken bemerkbar. Das sforzato wird zu einem sfff gesteigert und beide Handpartien werden verdoppelt. Rachmaninow überwältigte sein Publikum mit 4 Notensystemen und einem dabei durchklingenden Pedal. Dieser Abschnitt verlangt viel Talent, weil er noch nicht einmal für Notenkenner gut lesbar ist. Zum Beispiel schreibt er zweimal 12 Töne eines Akkords auf einen Schlag. Dies ist nur als Art arpeggio möglich zu interpretieren. Nachdem diese Akkorde abgeklungen sind, endet das Stück wieder mit einer Kadenz, die an das 2.Klavierkonzert erinnert. Der letzte Akkord beendet das Stück in einem cis-Moll.

Bedeutung und Rezeption des cis-Moll Präludiums:

Bei der Uraufführung in Moskau konnte Rachmaninow das Publikum nicht wirklich begeistern. Erst später wurde das Präludium zu seinem Kennzeichen. Sehr oft musste er das cis-Moll in sein Programm wiederaufnehmen. Meist musste er es auf Wunsch des Publikums als Zugabe spielen. Kritiker waren begeistert davon, nur konnten sie nicht sagen, ob das cis-Moll Präludium nur ein einmaliger Erfolg gewesen ist, weil Rachmaninow vorher noch nie richtig gute Kritik erhalten hatte.

3.Klavierkonzert in d-Moll

Hintergrund & Entstehung:

Während Rachmaninow dieses Konzert komponierte, war er auf seinem Landgut, Iwanowka. Zu dieser Zeit stand er unter einem schrecklichen Druck, weil er bis zum 28.November 1909 sein 3.Klavierkonzert für eine Aufführung in New York fertig gestellt haben musste. Im Sommer 1909 schrieb er in einem Brief:“ Ich schufte wie ein Zwangsarbeiter“. Er schaffte es das Konzert in der letzten Sekunde fertig zu komponieren. Deshalb hatte er vor dem Auftritt gar keine Zeit zu üben, also übte er bei der Fahrt über den Atlantik nach Amerika auf einer stummen Klaviatur.

Am 28.November wurde das 3.KLavierkonzertin d-Moll in New York vom New York Symphony Orchestra und unter der Leitung von Walter Damrosch uraufgeführt. Am 16.Januar 1910 wurde das Konzert noch mal in der Carnegi-Hall aufgeführt, aber diesmal dirigierte Gustav Mahler. Rachmaninow schätzte ihn sehr, weil er jedes kleinste Detail in einer Partitur beachtete. Das Konzert kam sehr gut beim amerikanischen Publikum an, jedoch differenzierten sie dieses Werk auf das cis-Moll Präludium, was Rachmaninow enttäuschte. Er beschloss daraufhin ab zu reisen und nie wieder in Amerika auf zu treten. Am 4.April wurde das Stück zum ersten Mal in Russland, in Moskau, aufgeführt. Nur saß diesmal ein junger Pianist, der gerade bekannt geworden ist, am Klavier, Arcadi Volodos. Er spielte so gut, dass er mehrmals eine Zugabe geben musste. Von da an gehört das 3.Klavierkonzert zum Standardrepertoire eines großen Pianisten. Er widmete dieses Konzert Josef Hofmann, der es aber nie gewagt hatte, das Klavierstück selbst zu spielen. Er meinte, dass es zu schwer für ihn sei.

Aufbau:

1.Allegro ma non tato

Das Konzert beginnt mit einer leisen und sanften Melodie, die sich immer weiter vorantastet. Man weiß nicht genau, ob sie eine Nachbildung eines Volksliedes oder eines russischen liturgischen Gesangs ist. Dieses Thema wird zuerst vom Orchester in 2 Takten eingeführt. Das Thema, welches sich durch das ganze Konzert zieht, hat einen sehr melancholischen Charakter an sich, der typisch für die russische Musik ist. Doch Rachmaninow sagte, dass es sehr einfach war dieses Werk zu komponieren. Er sagte, alles was er versucht hatte, war diese Melodie auf dem Klavier so wieder zu geben, wie sie ein Sänger singen würde. Hier herrscht das Klavier voll und ganz über das Orchester.

Später schrieb Rachmaninow eine zweite Kadenz für den ersten Satz, weil sie einfacher zu spielen war. Rachmaninow selbst spielte meistens die zweite Kadenz, sowie ein Großteil der Pianisten. Viele Musiker kritisierten diese zweite Kadenz, weil sonst eine Kadenz einen Schluss einleiten sollte. Und sie waren der Meinung, dass das schon am Beginn des ersten Satzes nicht passt.

2.Intermezzo:Adagio

Im 2.Satz beginnen die Streicher mit einem trübsinnigen typisch russischen Thema in einem 3/4-Takt. Darauf folgt das Anfangsthema in einer veränderten Form. Den Abschnitt Piu vivo schrieb Rachmaninow auch in einer Alternativversion(ossia), die aber so schwierig ist, dass sie fast nie gespielt wurde. Zudem verkürzt Rachmaninow später sein Werk und streicht dabei diese Passage hinaus.

3.Finale:Alla breve

Der zweite und dritte Satz sind nicht klar voneinander getrennt, jedoch merkt man am Taktwechsel und einer anderen Atmosphäre, dass ein neuer Satz beginnt. Diese Einleitung durch eine Klavierkadenz wird oft als zu konventionell kritisiert. Das Vivacissimo8, welches der Höhepunkt dieses Konzertes ist, setzt sich aus den Seitenthemen des ersten und dritten Satzes zusammen, und endet in D-Dur. Das Konzert baut sich wirklich bis zu einem Höhepunkt auf, was auch am Schwierigkeitsgrad der Sätze zu erkennen ist. Denn der dritte Satz enthält 2 Ossia-Stellen9, die diesen Part um einiges schwierig machen. Deshalb werden auch diese später herausgekürzt und auch sehr selten gespielt.

Rezeption:

Das 3.Klavierkonzert wurde erst mit dem Film „Shine“ richtig berühmt. Der Film aus dem Jahr 1996 wurde von Scott Hicks und Geoffrey Rush in der Hauptrolle gedreht. Es geht um einen australischen Pianisten, der nach der Aufführung des 3.Klavierkonzerts von Rachmaninow, einen Nervenzusammenbruch erlebt und deshalb in eine Anstalt gebracht wird. Er verbringt sehr viele Jahre in Psychiatrien, bis seine große Liebe ihm wieder den Weg ins Leben zeigt. Zusammen mit ihr schafft er sein Comeback. Diese Geschichte, basiert auf einer wahren Begebenheit. Sie erzählt von dem Pianisten aus Australien David Helfgott. So gewann das dritte Klavierkonzert mehr an Berühmtheit als das 2.Klavierkonzert. Auch David Helfgott erlangte mehr Berühmtheit durch diesen Film, und seine Einspielung des dritten Klavierkonzerts schaffte es auf den Platz Eins in den Klassik-Charts. Jedoch hatten Kritiker so manches daran auszusetzen.

Da dieses Werk zum Standardrepertoire eines Pianisten gehört, gibt es mehr als 130 Einspielungen davon. Rachmaninow spielte sein Werk 1939/40 mit dem Philadelphia Orchestra unter der Leitung von Eugene Ormandy ein. Die bekannteste Einspielung ist aber die von Vladimir Horowitz aus dem Jahr 1930. Diese war für das Platten Label „His Masters Voice“ bestimmt. 1978 spielte Horowitz das Konzert für sein 50.Bühnenjubiläum wiedermit den New Yorker Philharmonikern und unter der Leitung von Eugene Ormandy. Da Rachmaninow Horowitz kannte und seine Arbeit schätzte, vergönnte er ihm nicht den Erfolg durch sein Werk.


 

Erläuterungen

Dezimintervall: Intervall, dass sich aus einer Oktave und einer Terz zusammengesetzt:

1) Fortissimo: wird in Musik mit ff bezeichnet und zeigt an, dass das Forte f, welches die Anweisung für eine laute und kräftige Tonstärke ist, verdoppelt wird

2) Pianopianissimo ppp: von Piano p, was die Anweisung für eine leise und zarte Tonstärke ist

3) Triolen: Gruppe von 3 gleich langen aufeinanderfolgenden Noten, die nur die Dauer von 2 Noten dieses Wertes haben

4) Toccata: freie Improvisation, die zwischen schnellen Passagen in kurzen Notenwerten und vollen Akkorden wechselt

5) Art arpeggio: Akkord, bei dem Töne nicht zusammen, sondern nacheinander, gespielt werden

6) Sforzato: Akzent in Notation, der zeigt, dass gewisse Note dynamisch hervorgehoben werden muss

7) Viavacissimo: sehr lebhaft, sehr lebendig

8) Ossia: Spielvariante/-Alternative in einer Partitur, die über oder unter eine Notensystem benannt ist und anstelle des Originals gespielt werden kann

 

 

Quellenverzeichnis

 

Literatur:

· "Sergej Rachmaninow- Leben und Werk" von Ewald Reder

Internet:

· www.wikipedia.org

· www.rachmaninoff.de

· www.wissen.de

· www.br-online.de (Audiodatei: Rachmaninow-Klavierkonzert Nr.3)

 

 

 

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