III. Die Elementarschule ( ludus)
- (= Grundschule bzw. Volksschule)
- für die 7- bis 12- Jährigen
- Unterrichtsfächer: Lesen, Schreiben, Rechnen
- für Mädchen & Kinder aus unteren Schichten endete die Schulbildung mit der Elementarschule
Dieser Schultyp wurde ludus litterarius genannt, der Schulmeister ludi magister oder auch litterator. Meist fand der Unterricht, in einer offenen, zentral gelegenen Halle, pergula, oder in einer Säulenhalle des Forums statt. Die Geräusche der Straße wurden nur durch einen Vorhang, velum abgeschirmt. Die Schüler saßen auf Bänken und schrieben auf Wachstafeln, die auf ihren Knien lagen. Der Lehrer saß auf einem erhöhten Podest, (cathedra). Der Unterricht begann am frühen Morgen statt und dauert von einer Mittagspause unterbrochen, sechs Stunden.
Es gab weder Hausaufgaben, noch Benotungen. Die Sommerferien dauerten von Ende Juli bis Mitte Oktober.
Lernstoff
Im Ludus unterwies der Lehrer die Kinder im Lesen, Schreiben und den Grundkenntnissen (Zählen, Subtrahieren & Addieren) des Rechnens. Wenn der Schüler das ganze Alphabet beherrschte, lernte er Silben, Wörter, zusammenhängende Texte und Geschichten, meist mit moralischem Inhalt. Römische Schüler mussten zur Förderung des Gedächtnisses oft Texte auswendig lernen. Magister ludi lehrte sie Lesen und Schreiben, die Grundkenntnisse des Rechnens ein Fachlehrer für Mathematik, ein calculator.
Die Schulzucht war streng und hart. Es wurden manchmal Süßigkeiten zum Lohn verteilt, doch zahlreicher waren die barschen Zurechtweisungen und körperlichen Züchtigungen.
Auf die Mentalität des Kindes nahm man kaum Rücksicht.
Lernmaterial
Die Schüler benutzten eine, mit Wachs bezogene Holztafel als Schreibunterlage; geschrieben wurde mit einem Griffel, aus Holz, Bronze, Knochen oder Elfenbein. Die Bücher und Hefte waren aus Pergament und Papier (aus d. Mark d. Papyrusstange). Es wurde mit einer Rohrfeder und Tinte geschrieben.
Die Bücher bestanden aus langem Papierstreifen, die um einen Stab aus Holz, oder Elfenbein zusammengerollt wurden. Am Ende des Stabes war ein Zettel mit dem Titel des Buches befestigt. Zum Lesen nahm man die Rolle in beide Hände, die rechte wickelte immer weiter auf und die linke wieder zu. Der Text war in einzelne, nebeneinander stehende Kolumnen aufgegliedert, die etwa die Breite eines Hexameters hatten.
Das Lesenlernen war im Altertum viel schwerer, weil es kaum Satzzeichen gab ( scriptura continua).
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