Unter diesen Mysterien verstand man damals Weihriten, welche sich grundsätzlich mit den Gottheiten Demeter und Kore beschäftigt haben. Die Mysterien galten als Staatskult der Athener, was so viel bedeutet, wie, dass die Teilnehmer zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet waren. Die Geschehnisse sollten geheim bleiben, deshalb wurde mit der Todesstrafe gedroht, falls jemand etwas von diesen Mysterien weitererzählt.
Der Ursprung dieser Mysterien stammt von der Sage des Raubes der Kore/Proserpina ab, welche von Hades, dem Gott der Unterwelt entführt wurde. Schlussendlich einigten sich alle darauf, dass sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt verweilen muss und den Rest der Zeit bei ihrer Mutter auf der Oberwelt verbringen darf – weswegen auch der Frühling entsteht. Mit den Mysterien werden also zugleich die Rückkehr der Kore/Proserpina und der Frühlingsbeginn gefeiert.
Die Mysterien wurden in größere und kleinere eingeteilt. Kleine Mysterien auch Myesis genannt, wurden ca. in den Monaten Februar/März abgehalten. Der Ablauf war der folgende: Zuerst wurde ein Schwein geopfert, dann läuterten die Priester die Kandidaten für die Initiation. Zuletzt reinigten sich die Priester selbst durch ein Bad im Fluss llissos.
Die großen Mysterien, welche auch Teletai genannt wurden, fanden ca. in den Monaten August/September statt. Der gesamte Ablauf dieser großen Mysterien nahm 9 Tage in Anspruch. Zuerst wurden geheiligte Gegenstände zu einem Tempel namens Eleusinon, am Fuße der Akropolis in Athen gebracht. Am ersten Tag erklärten die Priester des Kults, den offiziellen Beginn der Riten. Am nächsten Tag gab es eine feierliche Waschung der Priester im Meer bei Phaleron und am Tag darauf im Tempel Eleusinon, eine Opferung eines jungen Schweines. Nach einer zweitägigen Pause ging der Ablauf weiter: vom Athener Friedhof Kerameikos marschierte die Prozession zurück nach Eleusis über die heilige Straße. Die Priester hielten die Tafeln des Dionysos hoch und die Bevölkerung zog hinterher. Nachdem alle in Eleusis angekommen waren, folgte ein Tag des Fastens, damit man an das Fasten der Demeter gedenkt. Das Fasten wurde mit einem speziellen Getränk namens Kykeon beendet. Darin enthalten war Gerste und Frauenminze. Später betraten die Mysten die große Halle, das sogenannte Telesterion. Dort wurden ihnen die heiligen Reliquien der Demeter präsentiert. In der heiligen Nacht gaben die Priesterinnen ihre Visionen bekannt. Im Zentrum des Telesterions befand sich das sogenannte Anaktoron. Dort wurden die heiligen Objekte der Demeter aufbewahrt und nur Hierophanten hatten die Erlaubnis dieses Gebäude zu betreten. Die Geschehnisse, welche dort stattgefunden haben, zählen zu den größten Geheimnissen der Mysterien.
Abends folgte ein großes Fest, die sogenannte Pannychis. Am nächsten Morgen wurde ein Stier geopfert. Die nun neu Eingeweihten Menschen ehrten durch ein Trankopfer an diesen Tag den Tod. Am nächsten Tag fanden die Mysterien von Eleusis ihr Ende und alle Teilnehmer kehrten heim.
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