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Nicht jedes Spiel bleibt harmlos

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Ovid, Metamorphosen 2, 846-851 ; 857-875

 

 

Non bene conveniunt nec in una sede morantur  maiestas et amor: sceptri gravitate relicta  ille pater rectorque deum, cui dextra trisulcis  ignibus armata est, qui nutu concutit orbem, Induitur faciem tauri mixtusque iuvencis  Mugit et in teneris formosus obambulat herbis.

Nicht gut passen Herrscherwürde und Liebe zusammen und verweilen auch nicht an einem gemeinsamen Ort. Nachdem die Würde des Szepters zurückgelassen worden war, legt jener Vater und Lenker der Götter, dem die Rechte mit den dreizackigen Blitzfeuern bewaffnet ist, der mit seinem Nicken die Welt erschüttert, die Gestalt eines Stieres an, und unter die Jungstiere gemischt, brüllt er und spaziert schön auf zarten Gräsern entgegen.

Nullae in fronte minae, nec formidabile lumen:  pacem vultus habet.

Keine Drohungen sind an der Stirn, und kein furchtbares Auge: Sein Blick trägt Frieden zur Schau.

Miratur Agenore nata,  quod tam formosus, quod proelia nulla minetur; sed quamvis mitem metuit contingere primo,  mox adit et flores ad candida porrigit ora.

Es wundert sich die Tochter des Agenor, weil er so schön ist, weil er keine Schlachten androht; aber sie scheut sich ihn, obwohl er sanft ist, anfangs zu streicheln, geht bald auf ihn zu und streckt ihm Blumen zum weißen Maul hin.

Gaudet amans et, dum veniat sperata voluptas,  oscula dat manibus. vix iam, vix cetera differt.  Et nunc alludit, virdique exultat in herba,  nunc latus in fulvis niveum deponit harenis;  paulatimque metu dempto modo cornua sertis  virginea palpanda manu, modo pectora praebet  inpediena novis.

Der Verliebte freut sich und bis das erhoffte Vergnügen kommt, gibt er den Händen Küsse. Kaum noch, mit Mühe schiebt er das Übrige auf; und bald nähert er sich im Spiel, und springt freudig auf dem grünen Gras umher, bald legt er seine schneeweiße Seite im goldfarbenen Sand nieder. Nachdem sie allmählich die Furcht abgelegt hat, bietet er bald die die Brust dar, um sie von der Hand der Jungfrau streicheln zu lassen, bald bietet er die Hörner dar, um sie mit neuen Kränzen umwinden zu lassen.

ausa est quoque regia virgo,  nescia quem premeret, tergo considere tauri: Cum deus a terra siccoque a litore sensim  fissa pedum primis vestigia ponit in undis,  inde abit ulterius, mediique per aequora ponti  fert praedam. Pavet haec litusque ablata relictum  respicit et dextra cornum tenet, altera dorso inposita est; tremulae sinuantur flamine vestes.

Die königliche Jungfrau wagt es sogar, unwissend auf wem sie Platz nimmt, sich auf den Rücken des Stieres zu setzen, als allmählich der Gott vom Land und vom trockenen Ufer die falschen Spuren der Füße zuerst auf die Wellen setzt.

Von dort geht er höher und trägt die Beute mitten durch die Fluten des Meeres. Die Entführte fürchtet sich und blickt auf den zurückgelassenen Stand zurück und mit der Rechten hält sie das Horn, die andere ist auf den Rücken gelegt; die zitternden Gewänder bauschen sich im Wind.

 

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