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Die Kriegswirtschaft in Afrika während des zweiten Weltkrieges und ihre Folgen

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Die Kriegswirtschaft in Afrika während des zweiten Weltkrieges und ihre Folgen

Afrika hatte während des zweiten Weltkrieges und auch noch danach einen strategisch wichtigen Stellenwert, was wichtige Rohstoffe anging, die für die Aufrüstungen der verschiedenen kriegsführenden Nationen benötigt wurden.
Die alliierten Mächte aber auch das Nationalsozialistische Deutschland hat sich Rohstoffe in Afrika gesichert. Ökonomisch gesehen kann man sagen, dass Afrika damals ausgebeutet wurde. Das kann man auch an besten an folgenden Zahlen sehen: Ab 1939 sind der afrikanische Handel und der afrikanische Arbeitsmarkt drastisch gesunken. Die Einkommen der Lohnarbeiter, welche in den Städten arbeiteten und die der Landarbeiter auf den Plantagen, sanken dramatisch.
Anhand verschiedenster Beispiele möchte ich nun zeigen, wie die afrikanischen Kolonien von den kriegsführenden Ländern ausgebeutet wurden:
1, Die Alliierten
Ägypten war das Hauptquartier des britischen Kommandos für den Nahen Osten. Dieses Kommando hatte die Aufgabe, Nahrungsmittel und Ausrüstungen für die britische Armee zu liefern. Aus diesem Grund kam während des Krieges der regionale Handel beinahe zum erliegen. Die Häfen der West- und Ostküste Afrikas hatte damals auch sehr hohe strategische Relevanz für die alliierten. Freetown, Kapstadt, Mombasa und viele weitere Städte bzw. ihre Häfen lagen an den Hauptrouten des militärischen Nachschubs der Alliierten. Diese Routen dienten vor allem für den Nachschub nach Nordafrika, in den mittleren bzw. fernen Osten und aber auch für Südeuropa.
Die US-Streitkräfte beschäftigten Luftstützpunkte in Westafrika – zum Beispiel in Takoradi (Goldküste) oder auch im nigerianischen Kano. Diese militärischen Flughäfen dienten ebenfalls für den Transport militärischer Güter oder Rohstoffe, welche für die Fronten im nahen Osten und für Nordafrika bestimmt waren. Den Alliierten wurden so billige Arbeitskräfte, Soldaten aber auch für den Krieg sehr bedeutende Rohstoffe, Nahrungsmittel und Geld geliefert. Für die Rüstungsindustrie bedeutende Rohstoffe waren zum Beispiel Industriediamanten, Kobalt, Gold, Chrom, Vanadium, Mangan, Kupfer, Uran und Platin.                                                                                                                     Die Rohstoffe wurden per Dekret von den alliierten geordert und sie erhielten diese immer zu einem sehr billigen Preis. Die extrem niedrig entlohnte Arbeiterschaft der Südafrikanischen Industrie wuchs während des zweiten Weltkrieges um 50%. Regionale und lokale Produktionsstätten, welche zum Zweck der Selbstversorgung dienten, wurden zerstört.
Auch mit Bargeld wurden wie bereits erwähnt die alliierten unterstützt. Es wurden zum Beispiel Geld, Gabeln und Messer und andere metallische Gegenstände von den afrikanischen Bewohnern eingesammelt, welche dann für den Bau von der bekannten alliierten Kampfmaschine „Spitfire“ verwendet wurde. Für eine Summe von 5000 Pfund konnte man diese Flugmaschine auch mit seinen Namen widmen. So haben viele Kolonien ihre Namen auf Spitfire Maschinen gesetzt und insgesamt kamen die Kolonien auf rund 1000 gespendete Flugzeuge. Durch alle Spenden schätzt man, dass ca. sechs Millionen Pfund Sterling für die Kolonialherren gesammelt wurden.
2, Die Achsenmächte
Die Nazis machten sich damals die Kolonien, welche dem verbündeten Vichy Regime unterstanden, zu nutze. 1941 wurde beispielsweise die Vereinbarung getroffen, dass die französische Kollaborationsregierung in den Westafrikanischen Kolonien Geld eintreiben soll um die Verpflegung afrikanischer Kriegsgefangener zu sichern. In der Elfenbeinküste gab es ein „Komitee zur Versorgung der Kriegsgefangenen“. Diesem Komitee mussten die Bauern Kolanüsse, Mais, Mehl, Honig und auch Geld liefern.
Als im Jahr 1941 die Lebensmittel in Nordafrika knapp wurden, diktierten Kolonialbeamte, dass noch mehr Landwirtschaftliche Produkte nach Frankreich exportiert werden soll, welche auch teilweise nach Deutschland gingen. 
1941 wurden allein aus Algerien 450000 Doppelzentner Getreide, 220000 Schafe und 4,8 Millionen Hektoliter Wein exportiert. Die Bewohner Algeriens litten derweil unter verschiedensten Krankheiten wie zum Beispiel Unterernährung, Tuberkulose und Typhus. Die Vichy Administration belieferte die Wehrmacht insgesamt ca. mit 900000 Tonnen Phosphat, 350000 Tonnen Eisen, 25 Tonnen Molybdän, 93 Tonnen Antimon und 300 Tonnen Kobalt – alle Rohstoffe waren für die Rüstungsproduktion äußerst relevant.
Insgesamt kann man sagen, dass Afrika eine bedeutende Rolle für die Weltaufrüstungsproduktion während des zweiten Weltkrieges hatte – sowohl bei den alliierten als auch bei den Achsenmächten.


Quellen: [Rheinisches JournalistInnenbüro Recherche International e.V. (Hg): Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg]


 

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