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Exzerpt - Mittelalter

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Exzerpt - Mittelalter


Frühes Mittelalter (759-1170):


Großteil der Literatur wird in lateinischer Sprache verfasst, nur ein kleiner teil ist deutschsprachige Literatur. Vieles jedoch wurde mündlich (= oral poetry genant!) weitergegeben.

Mitte des 8. Jahrhunderts beginnt die Aufzeichnung volkssprachlicher Texte (= „Literaturdenkmäler“) und Mitte des 11. Jahrhunderts wurden zum ersten Mal kontinuierliche Literaturproduktion verfasst.

Reichsgründung Karl des Großen (768-814):

Karl der Große fördert die Verbreitung der schriftlichen volkssprachlichen Kultur durch eine Bildungsreform im fränkischen Reich. Karl gründet die erste Hofakademie doch nach seinem Tod wird dieses Amt an die Klöster übergeben!

Unter „althochdeutsch“ versteht man:

· keine einheitliche deutsche Literatursprache

· verschiedene regionale Dialekte (fränkisch, bairisch,…)

· Amts- und Kirchensprache Mittellatein

Diese Fakten behindern die Bildung einer „neuen einheitlichen deutschen Sprache“.

Zentren der Literatur:

Klöster sind die zentralen Bildungsinstitutionen, die die Aufgabe haben Lesen, Schreiben und die christliche Glaubenlehre zu vermitteln. Bis ins hohe Mittelalter verwalten die Klöster den Handschriftenbestand. Mönche schreiben Texte ab, übersetzen, bearbeiten sie und produzieren Nachdichtungen.

Da die Produktionskosten so hoch sind verhindern sie eine große Verbreitung von geschriebener Literatur.

Im Verlauf des weitern Mittelalters verschieben sich die Zentren literarischer Produktion von den Klöstern zu den weltlichen Höfen und von dort, im Spätmittelalter, in die Städte.

Literaturbetriebe im Frühmittelalter –

Publikum, Themen, Autoren & Auftraggeber:


Faktoren bestimmen den Literaturbetrieb die meisten sind auf Vermutungen und Angaben in literarischen Texten aufgebaut.

Unter Bildung versteht man:

· schreiben,

· lesen,

· Grammatik,

· Rhetorik,
und

· Dialektik
zu beherrschen.

Bildung ist ein Privileg der Geistlichkeit, die Adeligen können nur in Ausnahmefällen lesen und schreiben. Lesen und schreiben galt im Frühmittelalter nicht als notwendige Kulturtechniken.

Autoren galten als Geistliche, Schreibthemen waren:

Theologische
Wissenschaftliche
Historische Werke

Der Kirche diente die Kunst zu lesen und zu schreiben dazu, um die Heilige Schrift zu verstehen und um sie zu lehren.

Zur Literatur des Frühmittelalters:


Die Prosa war die dichterische Literatur des Frühmittelalters.

- sprachlicher Hinsicht: vom Lateinischen zum Volkssprachlichen

- inhaltlicher Hinsicht: von der geistlichen zu Schriften über Chroniken.

Die wichtigste Literaturgattung sind Wörterbücher (= Glossare), ebenso die Übersetzungen von Glaubensbekenntnissen, Gebeten, Predigten und ähnlichen Texten in althochdeutsche Dialekte.

Die religiöse Reformbewegung im 11. Jahrhundert bewirkt das wieder in deutscher Sprache geschrieben wird, um die Laienfrömmigkeit zu fördern. Im 12. Jahrhundert entsteht langsam eine Ritterkultur, Geistliche verfassen Versepen für Adelige.



Hochmittelalter (1170 – Ende des 13. Jahrhunderts):

Die französische Literatur dient als Vorbild für die deutsche höfische Dichtung.

Höfische Dichtung beschreibt:

Welt der :


- edlen Ritter

- der Burgen

- der Feste und Turniere

Mann glaubt einer perfekten Welt gegenüberzustehen, Realität ist aber das man die Lebenssituation als elend bezeichnen muss. Die Wirklichkeit zeigt zur Zeit des Höhepunkts der höfischen Dichtung:

- Krieg

- Teuerungen

- Missernten

Herrschaftszentren & literarische Zentren:


11. Jahrhundert:

- Weltliche und kirchliche Zentren haben agrarischen Charakter.

12. Jahrhundert:

- Große Fürstenhöfe wurden literarische Zentren à verschafft relativ konstantes literarisches Mäzenatentum àEntwicklung der hochmittelalterlichen Literatur.

- Könige, Fürsten und Landsherren reisten in ihren Herrschaftsgebieten herum, bis ins 13. Jahrhundert.

13. Jahrhundert:

- Entstehung von Städtelandschaften.

14. Jahrhundert:

- Großteil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig.

Die mittelalterliche Feudalgesellschaft:

Der Dichter Freidank beschreibt das mittelalterliche Gesellschaftssystem so:

„Gott hat drei leben geschaffen:

Bauer, Ritter & Pfarrer.“

Die Gesellschaft ist hierarchisch gegliedert, alle Mitglieder sind rechtlich nicht gleichgestellt.

An der Spitze der „feudalen Pyramide“ steht der König.

Der König à oberster Gerichts und Lehnsherr.

Darunter stehen die weltlichen und geistlichen Fürsten, z.B.: Äbte, Bischöfe,…

Unter dem weltlichen & geistlichen Fürsten steht der nicht fürstliche Adel.

Der Adel à Lehnsnehmer.

Die nächste Rangstufe enthält die Ministerialen. Diese können aber zum Ritter aufsteigen.

Der Ritter à Jeder Ritter muss ritterliche Pflichten erfüllen. In der höfischen Dichtsprache zeichneten: Ehrenhafte Haltung, Gesinnung, Ansehen & Ruhm einen Ritter aus.

Das Wort „Ritter“ wird zum Zentralbegriff der Höfischen Kultur und Ethik.

Darunter stehen die Bürger der Städte sie sind unfrei.

Als letzte schicht kommen die Bauern die die große Masse der Bevölkerung ausmachen.

Die Bauern à sind grundhörig, persönlich unfrei und müssen dem Grundherren dienen.

Literaturbetrieb im Hochmittelalter-

Publikum, Vortragsweise, Überlieferung, Auftraggeber & Autoren:


Mitte 12. Jahrhundert nur Geistliche und Mönche Autoren einer Lateinischen und mit Glaubensthemen beschäftigten Literatur. Danach werden weltliche Fürsten Auftraggeber und Gönner einer neuen Literatur. Diese ist vom Interesse des Laienadels, der Hofgesellschaft geprägt. Die Hoffgesellschaft bestand Großteil aus Analphabeten, nur adelige Frauen können lesen oder schreiben. Daher haben sie großen Einfluss auf das Urteil des Publikums.

Da die meisten adeligen nicht lesen konnten werden die Texte im kreis der Hofgesellschaft vorgelesen oder vorgesungen.

Die Funktionen des Gönners sind:

- Schreiber,

- Übersetzer,

- Pergament &

- Lebensunterhalt

zu bezahlen.

Die Existenz der Autoren ist von Mäzenen abhängig da das schreiben eines Werkes mehrere Jahre dauert.

In dieser Zeit zählt das Werk und nicht der Autor! Auch findet man nirgends persönliche Bemerkungen.

Deutsche Literatur im europäischen Zusammenhang:


Es gab keine eigenständige Entwicklung der deutschen Literatur.

Vorbild und Ideenspender war für die höfischen deutschen Epen, die französische Literatur. Aber nicht nut die Literatur sondern auch das gesamte Gesellschaftssystem

Wurde von den deutschen Fürsten übernommen. Bei höfischer Kleidung, Umgangsform und Bewaffnung orientierte man sich Mitte des 12. Jahrhundert bei der französischen Adelskultur.

 

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