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Peter Handke:Wunschloses Unglück

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Ich habe vor kurzem die Erzählung „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke gelesen und werde nun zu einigen Aspekten dieses Werkes Stellung nehmen.

Peter Handke schrieb dieses Werk im Jahr 1972, kurz nachdem seine Mutter, um welche es in dieser Erzählung hauptsächlich geht, Suizid begangen hatte. Für Handke muss es schwierig gewesen sein, diese Schilderung kurz nach ihrem Tod zu schreiben. Dennoch denke ich, dass es eine Art „Schreibtherapie“ für ihm war. Der Autor konnte seine Gedanken, seine Emotionen und viel mehr auf Papier bringen und somit sein Gedächtnis damit ordnen. Außerdem hat die Gesellschaft eine gewisse Erwartungshaltung, wie ein Sohn sich zu verhalten hat, wenn die Mutter stirbt und diese Normen musste er auch einhalten.

Das Leben auf dem Land muss für die Mutter des Autors schwierig gewesen sein. Sie wuchs mit vier Geschwistern in einem kleinen Ort in Kärnten auf und wurde ständig von ihrem Vater unterdrückt. Später als sie dort mit ihrem Mann lebt hat sie eine alltägliche Routine zu verüben. Sie ist Hausfrau in einem kleinen Dorf und muss jeden Tag das selbe machen. Diese Monotonie hat sie meiner Meinung nach zerstört und ihr keinen Sinn oder Zweck mehr gegeben zu leben. Früher muss es außerdem für eine Hausfrau viel schwieriger gewesen sein das alltägliche zu erledigen, da es nur wenige oder keine Maschinen und sonstige Hilfsmittel gegeben hat.

Eine große Rolle in diesem Werk spielen auch die Männer. Die Mutter Handkes wird von diesen seid ihrer Kindheit unterdrückt. Ihr Vater verweigerte ihr zu Arbeiten und verharrte in der Tradition, dass die Frau nur zu Hause sein soll und der Mann arbeiten geht. Später, als sie verheiratet ist, wird sie von ihrem Mann, der eine Alkoholsucht hat ständig geschlagen und gedemütigt. Ihr Mann verbrachte ständig die Abende im Gasthaus und betrank sich und sie war zu Hause.

Dieses Schicksaal von Handkes Mutter ist garantiert nicht das einzige. Ich bin mir sicher, dass es viele Frauen gegeben hat, die von ihren Vätern und Ehemännern unterdrückt wurden und durch diesen Konservativismus seelisch zerstört wurden. Diese Erzählung erinnert mich an meine Urgroßmutter, welche auch am Land lebte und ebenfalls durch solch eine Monotonie zerstört wurde. Sie beging – genau wie Handkes Mutter Suizid durch Schlaftabletten.

Die Politik hat einen unterschiedlich großen Einfluss in diesem Werk. Anfangs wird Politik kaum erwähnt und die Mutter Handkes scheint sich kaum dafür zu interessieren. Sie freute sich und genoss die Feste beim Anschluss Österreichs an Deutschland. Später aber, im letzten viertel des Lebens der Mutter, scheint sie sich dafür zu interessieren. Sie wählt die Arbeiterpartei, obwohl sie selbst nicht arbeitet, da sie denkt, dass diese Partei wenigstens etwas unternimmt und den Arbeitern hilft.

In Österreich Lebte Handkes Mutter ausschließlich in ihrem Heimatdorf, wo es wenig Unterhaltung und Kontakt zur „Außenwelt“ gab. Als die Mutter in Deutschland lebte, war sie in Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, wo sie als Stadtmensch aufblühte und als edle Dame auftrat. Dort schien sie zufrieden und glücklich.

Anfangs, als sie jünger war, wurde sie öfter geschlagen und von ihren Vater und später von ihren Ehemann unterdrückt, doch mit der Zeit bekam sie immer mehr Mut und begann sich zu wehren.

Den Titel „Wunschloses Unglück“ würde ich so erklären: Die Mutter hat die „Pflicht“ und „Aufgabe“ für Ehemann und Kinder zu sorgen, ist aber unglücklich. Sie leben in Armut und ihr bleibt nichts anderes übrig als wunschlos zu sein und in diesem Unglück weiterzuleben.

 

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