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König Drosselbart - Gebrüder Grimm

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König Drosselbart- Gebrüder Grimm

Vor langer Zeit lebte eine wunderschöne Prinzessin, so schön wie keine andere im Lande. Jedoch wird sie im Laufe der Jahre aufgrund ihrer unendlichen Schönheit zu einer arroganten und undankbaren Person, welche jeden nach dem Äußeren beurteilt. Als sie sich einen Mann aussuchen sollte, verspottet sie alle Jünglinge, sogar den guten König Drosselbart (welcher nach ihr so bennant wird, da er ein leicht schiefgewachsenes Kinn hat). Diese Überheblichkeit kann sogar der Vater der Prinzessin nicht tollerieren und beschließt dessen Tochter mit dem erstbesten Bettler zu verheiraten.
Und so wird sie mit einem armen Minnesänger verheiratet und ihr Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen. Der Alltag ist schwer geworden und die Prinzessin muss harte Arbeiten verrichten, um an Geld und Nahrung zu kommen. Sie muss auch Töpfe am Markt verkaufen und da zerstört ein trunkener Husar all ihre Ware, so dass sie ohne nichts bleibt. Zum Glück wird sie im Schloss als Küchenmagd eingestellt und kann somit Nahrung für ihren Mann nach Hause „schmuggeln“. Sie wird jedoch bei einem Ball erwischt und vor der Menge ausgelacht. Das spürt sie auf eigener Haut, wie es ist, Opfer von Dehmütigungen zu sein. In dem Augenblick des Gespötts tarnt sich der Minnesänger als König Drosselbart auf. Ihr zu Liebe hat er sich verstellt und auf diese Weise konnte er die einst hochmütige und boshafte Prinzessin „bekehren“ und zu einer liebenswürdigen und gütigen Frau machen. 
Das Hauptthema im Märchen ist das Streben nach Veränderung (in diesem Falle nach der Veränderung des Charakters der Prinzessin). Der König versucht auf eigene Faust die gute Seite der Frau zu finden und sie nicht aufzugeben, so wie deren Vater.
Der Aufbau ist klar definiert. Zu Beginn wird das „Problem“ dargestellt ( das unmögliche Verhalten der Prinzesin) und was dagegen unternommen wird (des Vaters versprechen sie mit einem Bettler zu verheiraten). Im Mittelteil wird über deren neues Schicksal erzählt und über Veränderung. Und zum Schluss wird, bevor es Reue zeigt und zu einem guten Ende kommt, als „Finale“ ihre Dehmütigung in der Öffentlichkeit beschrieben.
Es ist interessant, wie in diesem Märchen die Hochzeit zweimal vorkommt. Einmal als Strafe (mit dem Minnesänger) und das zweite Mal als Erlösung (am Schluss mit König Drosselbart wieder). Wiederholungen kommen auch in der Handlung vor, als die Prinzessin ihren frisch verheirateten armen Mann fragt, wem die Wiesen, Wälder und Felder gehören würden, und auf welche er immer „dem König Drosselbart“ antwortete, um ihr klar zu machen, dass sie den König Drosselbart heiraten konnte, anstatt eine arme Frau zu werden.
Die Prinzessin begegnet am Anfang des Märchens vielen freien Jünglingen, welche sie gerne heiraten würde, jedoch schließt sie bei jedem etwas aus, selbt wenn der Mackel auch „unsichtbar“ für andere gewesen wäre.
In diesem Märchen verkörpern einzelne Personen mehrere Charkatere. König Drosselbart ist der Held. Er rettet die Prinzessin vor einem Leben in Armut und bringt sie wieder auf den richtigen Weg (dank ihm lernt sie die wahren und wichtigen Werte eines Menschen zu schätzen). Jedoch spielt er in einer Szene den trunkenen Husaren, der das Geschirr zertrümmert. Er ist deswegen keine negative Person, weil er dies aus einem bestimmen Grund macht,  jedoch nimmt in diesem Moment in den Augen der Prinzessin die Gestalt einer schlechten Person an.
Bei der Prinzessin selbst ändert sich im Laufe des Märchens der Charakter. Anfangs lebt sie in ihrer eigenen, perfekten Welt, weit entfernt von der Realität. Sie ist oberflächlich, arrogant und verkörpert viele schlechten Eigenschaften eines Menschens. Jedoch kommt ihr wahres Gesicht zum Schluss zur Sicht; das einer freundlichen, frommen und liebenswürdigen Frau.
Der König kommt mit Hilfe mehrerer Mittel letztendlich an sein Ziel. Sein „Plan“ war nich leicht um- und durchzusetzen jedoch kommt er durch List, Klugheit und eigenes Ergreifen des Befalls, und dies ohne Zaubermittel, an sein Ziel. Er spielt den Minnesänger und bösen Husaren, nur um der Prinzessin zu helfen und ihr die Augen zu öffnen.
Das Märchen hat mehrere Lehren in sich versteckt. Eine will den Lesern mitteilen, dass man durch Geduld und Fleiß (des Königs Drosselbart in diesem Fall) an sein Ziel kommt. Die anderen will lehren, dass man immer mit beiden Beinen auf der Erde stehen soll, um nicht plötzlich (wie die Prinzessin) aus einer Scheinweilt in die harte Realität gezogen wird und immer realistische Vorstellungen haben sollte.
Beide Lehren gelten noch heutzutage und das wie nie zu vor. Wir leben in einer Welt, wo es wichtig ist, nicht aufzugeben (wie der König seine Tochter aufgegeben hat), wenn man etwas Bestimmtes erreichen will. Ohne Geduld und Fleiß kann man es auch nicht schaffen! Durch Medien und Zeitschriften kommen wir leicht ins Träumen. Es ist daher von bedeutender Wichtigkeit, trotz aller Manipulationen bodenständig zu bleiben.
In einem umgeschriebenen, modernen Märchen wäre die Prinzessin eine reiche, verwöhnte Millionärstochter, welche als Strafe für deren Undankbarkeit in ein armes Land ziehen müsste und dort als Voluntärin in einem Dorf arbeiten müsste. Und dort würde sie sich in den hübschen Jungen, der als Arzt in demselben Dorf arbeitet, verlieben. Am Schluss, nachdem sie beginnt andere Menschen zu respektieren und zu allen freundlich zu sein, kommt heraus, dass der junge Arzt in Wirklichkeit selbst Millionär ist und sie diesen als kleines Mädchen immer wegen dessen ein wenig schiefgewachsener Stirn verspottet hatte. Da jedoch dieser von Anfang an in die reiche Tochter verliebt war, wollte er um sie kämpfen und sprach sich nach einigen Jahren mit deren Vater ab, das verwöhnte Fräulein in ein Entwicklungsland zu verschicken, um sie zu „bekehren“.

Ich persönlich habe das Märchen „König Drosselbart“ interpretiert, weil ich zu Hause ein altes Märchenbuch habe, in welchem die Szene, wo das Geschirr vom Husaren zertrümmert wird, abgebildet ist. Obwohl ich es seit Jahren nicht mehr gelesen habe, blieb mir vom ganzen Märchenbuch nur dieses Bild in den Gedanken. Und deshalb habe ich mir neulich dieses Märchen durchgelesen und es interpretiert. Es hat mir außerdem sehr gefallen. Es ist nämlich sehr belehrend und auch romantisch (die Art und Weise wie der König um seine Liebe kämpft).

 

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