- Welche Rolle spielt der Beruf im Leben des heutigen Menschen? –
Verfasse eine Erörterung/Problemarbeit
• Gehe auf den Aussagekern der angeführten Zitate ein
• Führe aus, welche Bedeutung diesem Thema in Gerhart Hauptmanns Novelle „Bahnwärter Thiel“ zukommt
• Beantworte die angegebenen Leitfragen
• Erörtere die Frage, welchen Stellenwert dieses Thema heutzutage allgemein einnimmt
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„Ein gut erlernter Beruf ist mehr wert als ein großes Erbe.“
Sprichwort aus Frankreich
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„Ein Beruf ist das Rückgrad des Lebens“
Friedrich Nietzsche |
„Unser Berufsleben allein wäre kein sehr glücklicher Zustand, hätten wir nicht unsere Familie und unser Privatleben daneben“
Anaïs Nin, Frauenrechtlerin |
„Man unterziehe sich niemals einer Berufsarbeit. Tut man das, so wird man schlecht und recht ein Allerweltsmensch, ein kleines Rädchen in der Maschine des Staatsirganismus“
Søren Kierkegaard |
Welche Rolle spielt der Beruf im Leben des heutigen Menschen und der heutigen Gesellschaft? Ist es wichtig, einen Beruf zu haben? Welche Fragen sollte man sich stellen, bevor man einen Beruf anstrebt? Ist es heute schwieriger einen Beruf zu finden als in früheren Zeiten? Wie kann man berufliche Unzufriedenheit kompensieren? Mit diesen und vielen anderen Themen werde ich mich im folgenden Text beschäftigen.
Die Mehrheit aller erwachsenen Menschen übt in der heutigen Zeit einen Beruf aus. Eine Anstellung ist wichtig, damit man sich selbst eine Existenz aufbauen und erhalten kann. Doch natürlich sollte ein Job auch mehr bieten können, als nur Geld. Ein lohnender Beruf sollte auf den, der ihn ausübt, auch erfüllend und inspirierend wirken, doch die Realität sieht leider oft anders aus: Viele Menschen sind von ihren Tätigkeiten frustriert. Die Beweweggründe dafür können sehr verschieden sein. Zum einen kann man zum Beispiel einfach Probleme mit dem Arbeitsumfeld haben, also mit Angestellten oder Vorgesetzten Personen. Das hat im Allgemeinen mit der Berufsausübung nichts zu tun, kann sich auf diese aber negativ auswirken. Zum anderen kann man auch beispielsweise einfach den „Falschen Weg“ eingeschlagen haben, also die falsche Ausbildung gewählt haben. Deswegen sollte man sich unbedingt bereits vor der Ausbildung Gedanken machen, welche Arbeit einem Freude bereiten könnte und dann auch einen dementsprechenden Ausbildungsweg wählen.
Der „Bahnwärter Thiel“ in Gerhart Hauptmanns Novelle stellt das Idealbild eines Berufstandes dar. Tag für Tag verrichtet er gewissenhaft wie ein Schweizer Uhrwerk seine Arbeit. Auf den Bahnwärter würde wohl nicht das Zitat von Anaís Nin zutreffen, welches den Wert des Privatlebens hervorhebt, denn wenn er nur seine Arbeit gehabt hätte, wäre er wohl sorglos gewesen und das Ende der Novelle Hauptmanns wäre anders ausgegangen.
Selbstverständlich kann man auch das Zitat von Soren Kierkegaard auf Hauptmanns Novelle anwenden, dass der Bahnwärter ein kleines Rädchen von vielen in einer gewaltigen Maschinerie. Dieses Rädchen ist von der Maschinerie abhängig – und umgekehrt. Ohne dieses „kleine unbedeutende Rädchen“ würde die gesamte gewaltige Maschinerie zusammenbrechen.
In der heutigen (äußerst hektischen) Welt ist es nicht gerade einfach den geeigneten Beruf zu finden. Zwischen den Arbeitnehmern herrscht ein hart umkämpfter Wettbewerb. Zum einen gibt es immer mehr Menschen, welche eine qualifizierte Ausbildung absolviert haben, (weswegen es auf dem Arbeitsmarkt mehr Angebote gibt) Zum anderen werden dadurch die Aufforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden immer schwieriger.
Wenn man es endlich geschafft haben sollte, bei einer Bewerbung angenommen worden zu sein, dann kann der neue angehende Beruf durchaus auch inspirierend sein. Wenn er aber sogar einen gefunden hat, welcher Spaß macht, dann kann dieser durchaus auch „das Rückgrat des Lebens“ sein, wie Nietzsche erst einmal formulierte; „Auf eine Beruf, der solche Dinge versprechen kann, sollte man niemals verzichten“ Aber auch wenn man genug Geld hat um ohne berufliche Abhängigkeit sich die Existenz finanzieren kann, sollte man dennoch einen ausüben. In diesem Fall kann man sich das französische Sprichwort zu Herzen nehmen, denn mit Schweiß und Blut verdientes Geld lässt sich mit gutem Gewissen ausgeben!
Zufriedenheit und gutes Gehalt, das ist der Idealfall, doch es gibt auch Berufe, welche keine Freude bereiten. Die Unzufriedenheit sollte man kompensieren. Eine solche Kompensation kann man durch verschiedene Dinge erreichen. Zum Beispiel kann man sich für die Freizeit ein Hobby suchen, welches diesen alltäglichen Stress beheben kann. Auch der direkte Weg wäre eine Möglichkeit: Einfach zum Chef bzw. Vorgesetzen gehen und diesen mit den eventuellen Missständen konfrontieren. Hat man Glück gehabt und den Sachverhalt möglich mit Feingefühl präsentiert, hat man gute Chancen, dass das Arbeitsklima und Umfeld dadurch besser wird., doch man muss sich auch vor Augen halten, dass dadurch die Chancen steigen seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Eine weitere Alternative stellt die Gewerkschaft dar: Über Gewerkschaften kann man effizient sein (Arbeits-)recht durchsetzen – falls es in der Arbeitsstelle Missstände gibt, die nicht geklärt werden können.
Zusammengefasst kann man sagen, dass die Dynamik des Arbeitsmarktes im Vergleich zu den letzten 100 Jahren enorm gewachsen ist. Die Arbeitswelt ist hektisch und schnell und es wird immer schwieriger einen für sich persönlich geeigneten Beruf zu finden, welcher sowohl abwechslungsreich als auch erfüllend ist. Gleichzeitig geschieht es immer öfter, dass Menschen einen Beruf ergreifen, welcher sie stresst. Das senkt nicht nur die Produktivität, sondern wirkt sich auch negativ auf ihre Gesundheit aus, da dadurch stressinduzierte Krankhieten wie das Burn-Out Syndrom oder Magengeschwüre entstehen.
Im Grunde genommen kann man nur selbst wissen, welcher Beruf für sich selbst geeignet ist.
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