In der Biographie "Wunschloses Unglück" beschreibt Peter Handke die Lebensgeschichte seiner Mutter. Er schrieb diese, um mit ihrem Selbstmord besser umgehen zu können und über ihren Entschluss für den Tod einen Grund zu finden.
Peter Handkes Mutter lebte ungefähr und der Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in einem kleinen Dorf in Österreich als jüngstes Kind einer ärmeren Familie geboren, und lebte unter beschiedenen Umständen, da ihr Vater es bis zum Ende seines Todes gewohnt war, zu sparen, und selten sich und seiner Familie etwas zu leisten.
Für Kinder war es damals gewöhnlich, die Grundschule abzuschließen. Knaben konnten danach einen Beruf erlernen, jedoch war dies für Mädchen undenkbar. Es stand fest und man hielt es für selbstverständlich, dass Mädchen Hausarbeiten verrichten und für die Familie rund um die Uhr da sein mussten. Schon von klein an wurden sie in einer Weise unterdrückt und das Recht auf eine eigene Meinung und Wünsche weggenommen.
Doch Handkes Mutter war "anders". Sie war offenes und glückliches Mädchen, welches es genießte, Neues zu lernen und ihren Träumen nachzugehen. Deshalb verließ sie mutig mit sechzehn Jahren ihre Familie, um einen Beruf zu erlernen. Die Arbeitgeber waren sehr zufrieden mit ihr. Nichts fiel ihr schwer, und sie war fleißig und zielstrebig.
Das Leben in der Stadt unterschied sich sehr von dem am Land: Man trug dort kurze Kleider, ging am Abend tanzen, und leistete sich auch manchmal einen Kaffee.. In der Stadt war man offener und es schien, dass Frauen mehr Rechte hatten, als in ländlichen Gebieten.
Aus ihrer einzig wahren Liebe, "ging" ihr Sohn Peter , "hervor". Da dieser Mann jedoch viel älter und verheiratet war, musste sie auf Befehl ihres Vaters, einen ihrer Verehrer zum Mann nehmen.
In der Kriegszeit zog sie zu ihren Schwiegereltern nach Berlin. Dort war sie kein Teil der Familie, sonder wurde nur geduldet.
Später zog sie wieder in ihren Geburtsort nach Österreich zurück.
Auf eine Weise wurde sie dann im Dorf wie alle anderen Frauen unterdrückt und ließ sich dies gefallen.
Die Männer hatten nämlich das Sagen. Und wenn man sich ihnen stellte, wurde man bestraft und geschlagen. Es waren doch die Männer, die das Geld nach Hause brachten, und deshalb durfte man ihnen nicht widersprechen.
Ausflüge, die man unternahm und "einfache" Dinge, die man sich in der Großstadt leistet, waren am Land Luxus. Ärmere Familien im Dorf leisteten sich einmal im Jahr einen Kinobesuch und ein Glas Wein. Und zu Weihnachten schenkte man sich nur "Nötiges", wie zum Beispiel Socken, und man freute sich darüber.
Als Handkes Mutter wieder in ihrem Dorf lebte, was sie etwas "Besseres" als die anderen Frauen, da sie "Auslandserfahrung" hatte. Jedoch spürte man beim Lesen, dass sie vom richtigen Weg abgekommen war und in Tradition und Konservatismus verharrte. Diese Frau litt an sehr starken Kopfschmerzen, und erlitt danach einen Nervenzusammenbruch. Sie verlor die Lust am Leben, und glaubte, dass sie nichts mehr, was sie in den früheren Jahren verpasst hatte, nachholen könnte. Peter Handkes Mutter sprach immer öfters vom Sterben und beging mit fünfzig Jahren Selbstmord mit einer Überdosis von Antidepressiva und Schmerztabletten.
Der Auto schilderte ziemlich genau die damalige Situation zwischen Österreich und Deutschland. Im Gegensatz zu Österreich, war Deutschland "das Zentrum der modernen Städte". Er beschrieb auch, wie die Propaganda der Nationalisten die ländliche Bevölkerung vor den Wahlen leicht begeistern konnte. Man führte einige unterhaltsame Programmen, wie Tanz- und Musikabende ein, und "nebenbei" stimmte man für eine Partei ab.
Die Sprache ist von ziemlich großer Bedeutung. Da er ziemlich "einfach" geschrieben und in kürzeren Sätzen geschrieben hat, kann man sich leichter das Leben am Land und sie Denkweise damals vorstellen. Viele Leute dort waren nämlich nicht sehr gebildet, und benutzen nur eine einfache Sprache.
Die Mutter hatte auch ihre eigene Sprache, mit der sie jeden in Verlegenheit und zum Schweigen bringen konnte, sogar ihren Mann. Sie schaute die jeweilige Person mit Erniedrigung an, und "lachte" sie aus.
Frauen hatten allgemein kein Recht im Gegensatz zu den Männern. Sie hatten einfach keine Chance.
Ich persönlich hatte beim Lesen das Gefühl, dass sich der Autor beim schreiben dieser Biographie, sich zum ersten Mal im Leben bewusst über das Leben seiner Mutter Gedanken machte. Weil bei manchen Stellen merkte man, dass er über das Scheitern/ Zurückfallen in die Tradition einer doch starken Frau ihn sehr enttäuschte. Ihr Leben begann nämlich "anders" als bei anderen Frauen zu dieser Zeit, aber endete genauso- in Unglücklichkeit und Hoffnungslosigkeit.
Der Titel "Wunschloses Unglück" bezieht sich auf die Menschen, besonders auf die Frauen im Dorf. Man war selten glücklich und wunschlos, jedoch in den meisten Fällen wunschlos und unglücklich. Im Unterbewusstsein wusste man, dass etwas im Leben fehlte, aber was?! Mann hatte einfach keine andere Lebensform zum vergleichen und musste mit seiner Situation, in der man lebte, zurechtkommen und nicht darüber denken.
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