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Konflikte im Bürgerlichen Trauerspiel Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing

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Das bürgerliche Trauerspiel „Emilia Galotti“, das von Gotthold Ephraim Lessing in der Zeit der Aufklärung verfasst wurde, weist sowohl ständische als auch persönliche Konflikte auf. Lessing kritisiert in seinem Stück immer wieder die damaligen Herrschaftsverhältnisse, die Ständegesellschaft und den Adel.

Das Bürgertum verkörpern Emilia Galotti und ihr Vater. Emilia ist ein sehr tugendhaftes und religiöses Mädchen. Ihr Vater ist ebenfalls sehr tugendhaft, er wird von Appiani als „das Muster aller männlichen Tugend“ (II,7) bezeichnet. Emilia will sich umbringen, um ihre Ehre zu bewahren: „Mir, mein Vater, geben Sie diesen Dolch.“ (V,7)

Emilias Konflikt besteht in ihrer Hilflosigkeit, Schwäche und Verführbarkeit, die sie erkannte. Odoardo ist ein Familienoberhaupt, das die Macht über die Familie ausübt und sich dabei Sorgen um Emilia macht, allerdings führt sein Tugendbedürfnis letztendlich zum Tod seiner Tochter.

Der Konflikt des Prinzen besteht daraus, in Emilia verliebt zu sein. Er missbraucht seine Macht, nur um sein Verlangen stillen zu können.

Insgesamt wird das Bürgertum (Moral, Religion, Tugend) dem Adel gegenüber gestellt. Lessings Botschaft ist, dass damals nur das Bürgertum eine neue Gesellschaft erschaffen konnte. „Kabale & Liebe“ von F. Schiller und „Maria Magdalena“ von Hebbel wurden durch „Emilia Galotti“ beeinflusst, wo ebenfalls die Machtausübung und Bestechlichkeit des Adels die Hauptthemen sind.

Heute besteht die Ehre aus Ansehen und Berühmtheit. Man ist stolz, wenn man von einem redet, im Fernsehen auftritt oder in der Zeitung steht. Die Bestechlichkeit ist trotzdem noch ein aktuelles Thema.



3.1 Textanalyse:

Im Gegensatz zum Vorbild „ab urbe condita“ entsteht in Emilia ein stark vereinfachtes Staats- und Gesellschaftsmodell, das die Mängel der absolutistischen Herrschaft genau zeigt, indem der Prinz tut, was er will und nicht die moralische, richtige Lösung sucht. Die Öffentlichkeit wird im Stück nur einmal erwähnt, als Battista Claudia auf das Lustschloss des Prinzen begleitet: „(gegen einige Leute) Zurück da“ Ihr!“ (III,7), ganz im Gegensatz zu Livius, dessen Stück sich auf dem Forum abspielt. Der Konflikt zwischen dem Adel und Bürgertum entzündet sich an zwei Punkten, an denen sich „bei absolutistischer Herrschaftsweise öffentliches und privates Interesse berühren konnten: am Eigentum eines Untertanen (durch die Ansprüche des Prinzen auf Sabionetta) und an der „Ehre“ einer Frau (durch die Annäherungen des Prinzen an Emilia)“

3.2 Kritik an der Herrschaft des politischen Rationalismus und Immoralismus:

Der politische Rationalismus bestimmt die Politik in der Emilia. Selbst der Fürst ist dieser unterworfen: „Mein Herz wird das Opfer eines elenden Staatsinteresse“ (I,6) Der Prinz fühlt sich somit nicht verpflichtet sich ans Gesetz zu halten. Doch das rückt Marinelli in den Hintergrund. „wenn es weiter nichts, als eine Gemahlin ist, die dem Prinzen nicht die Liebe, sondern die Politik zuführt? Neben so einer Gemahlin sieht die Geliebte noch immer ihren Platz“ (I,6). Der einzige Grund, warum dem Prinzen bei dem Mord unwohl wird ist, weil der Verdacht am Mord ihm zugeschoben wird. „auch ich erschrecke vor einem kleinen Verbrechen nicht. Nur, guter Freund, muss es ein kleines stilles Verbrechen, ein kleines heilsames Verbrechen sein“ (IV,1). Es ist von Gonzaga kein verantwortungsbewusstes Handeln zu erwarten, vielmehr lässt er Marinelli den Staat lenken.

3.3 Motive traditioneller Hofkritik:

Lessing nimmt sich Rousseaus Discours (1750) als Vorbild für seine radikale Hofkritik. Besonders „die anthihöfische Tendenz der Lessingschen Literaturprogrammatik ist auf den Discours zurückzuführen“. Er folgt in seinem Theaterstück dem Hof-Land-Schema bis ins Detail: „Der Hofmann ist von der Gunst des Fürsten abhängig, ist Neidern und Mussgünstigen ausgeliefert; er führt unter dem Zwang der Etikette ein sklavenhaftes Leben; er muss sich in Unkosten stürzen und bei Festlichkeiten seine Zeit vergeuden, …“.


 

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