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Joseph Roth: der Radetzkymarsch

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Joseph Roth: Radetzkymarsch

Buchbesprechung

Zum Autor:

Joseph Roth, am 2. September 1894 als Sohn jüdischer Eltern in Ostgalizien geboren, studierte Philosophie und deutsche Literatur in Lemberg und Wien. Nach dem Krieg war er Journalist in Wien und Berlin, meist aber auf Reisen in zahlreichen Großstädten Europas. 1933 emigrierte Roth nach Paris, wo er am 27. Mai 1939 im Armenhospital starb.

Über das Buch „Radetzkymarsch“:

Der Roman mit dem Titel „Radetzkymarsch“ erschien erstmals 1932 im Verlag Gustav Kiepenheuer, Berlin. Dieses Buch gilt als eines der wichtigsten Roths. Einige Kritiker wie zum Beispiel Marcel Reich-Ranicki zählen ihn sogar zu den zwanzig wichtigsten Romanen in deutscher Sprache.

Die Personen:


Die Hauptpersonen des Romans sind der Vater Franz Freiherr von Trotta und Sipolje und der Sohn Carl Joseph von Trotta und Sipolje. Beide führen eine schwierige Beziehung zueinander, welche zur damaligen Zeit vermutlich nicht anders, als all die anderen Vater – Sohn Beziehungen waren. Der Vater entscheidet über die gesamte Lebenslaufbahn des Sohnes, ohne sich mit ihm zu besprechen.

Die Nebenpersonen sind die Frau des Wachtmeister Slamas, die eine kurze Affaire mit Carl Joseph unterhält, der jüdische Regimentsarzt Dr.Demant, der ein sehr enger Freund des Enkel des Helden von Solferino ist und tragischerweise in einem sinnlosen Duell umkommt, der alte Hausdiener Jacques des Bezirkshauptmannes, der Graf Chojnicki, der Carl Joseph überredet, die Armee zu verlassen und der ruthenische Bursche Onufrij, der seinem Herrn fast hündisch ergeben ist.

Inhalt:

Titel: Radetzkymarsch

Ich denke, dass Joseph Roth folgendes mit dem Titel sagen will: Der Titel bezieht sich auf das Lied „der Radetzkymarsch“, komponiert im Revolutionsjahr 1848 von Johann Baptist Strauß zu Ehren von Johann Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz. Dieses Lied war zur Zeit der österreichischen Monarchie sehr bekannt und für die Soldaten prägend. Es war ein typisches Marschlied, das bei vielen Schlachten gespielt wurde. Der Sohn Carl Joseph von Trotta und Sipolje meinte einst im Roman, dass er am Liebsten als Soldat bei dem Lied Radetzkymarsch für den Kaiser und für Österreich-Ungarn sterben würde.

Präsentation des Inhalts:

Im Aufstieg und Untergang einer Familie spiegeln sich die letzten Jahrzehnte der Donaumonarchie: 1859 rettet der slowenische Infanterieleutnant Joseph Trotta dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. in der Schlacht von Solferino das Leben. Er wird dafür geadelt und mit einem Orden ausgezeichnet und verlässt unwiderruflich den Weg seiner bäuerlichen Vorfahren. Von der knorrigen Stärke des „Helden von Solferino“ ist bei seinem weichen und feinfühligen Enkel Carl Joseph von Trotta nichts übrig geblieben. Der Roman schildert also die Zeit von Solferino bis Sarajewo.

Atmosphäre und Beschreibung der Sprache:


Joseph Roth ist der Moderne abhold und schreibt recht konventionell. Er liebt weitläufige, einfühlsame Beschreibungen. Die einzelnen Szenen des Romans sind meiner Meinung nach großartig beschrieben. Mit solchen Beschreibungen wie die untenstehende kann man sich perfekt in das Buch und seine Atmosphäre „hineinversetzen“.

„Der Doktor sah zum Himmel hinauf, von den ruhigen Sternen kam kein Rat, kälter waren sie als der Schnee ringsum. Finster waren die Häuser, taubstumm die Gassen, der Nachtwind zerblies den Schnee zu Staub, die Sporen Trottas klirrten sacht, die Sohlen des Doktors knirschten daneben.“ , S.106

Aussage und Anliegen des Autors:

Ich denke, dass der Autor in diesem Buch die letzen Jahre der Donaumonarchie, ihren Untergang und das Volk, das die Auflösung der Monarchie erahnt, aufzeigen möchte.

Der Roman unterteilt sich in mehrere Diskussionsaspekte:

.) Psychoanalytisch :

Der Roman beschäftigt sich mit der Vater – Sohn Beziehung und mit Männerfreundschaften.

.) Sozialkritisch :

Der Ehrenkodex der Soldaten, der Adel und das Militär werden kritisiert. Wir erfahren auch von Arbeiteraufständen, die mit Gewalt niedergeschlagen werden. Es wird die Lage der Bauern und Juden in der Provinz geschildert. Die Langeweile und Trostlosigkeit in den Kasernen ist ebenso Thema dieses Romans und auch die Trunk- und Spielsucht der Offiziere, die sich so die Zeitvertreiben.

.) Politisch :

Im Roman wird die Untergangsstimmung am Ende der Monarchie genau beschrieben. Außerdem kommt das Verhältnis Österreichs zu Ungarn und zu den übrigen Völkern der Monarchie zur Sprache. Der Kaiser tritt mehrmals auf und seine altersbedingte Vergesslichkeit wird vom Autor belächelt. Außerdem werden am Ende des Romans auch die Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der Tod des Kaisers thematisiert.

Persönliche Meinung:


Ich persönlich finde das Werk von Joseph Roth äußerst gelungen, da ich die Monarchie noch nie so gesehen habe.

Quellenangabe:

Primärquelle:

Joseph Roth, Radetzkymarsch, Historischer Roman

 

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