Home Deutsch Zusammenfassungen/Inhaltsangaben Inhaltsangabe, Elfriede Jelinek: Die Liebhaberinnen

Inhaltsangabe, Elfriede Jelinek: Die Liebhaberinnen

Benutzerbewertung: / 44
SchwachPerfekt 

Der Roman „Die Liebhaberinnen“ handelt abwechselnd von zwei jungen Mädchen, Brigitte und Paula, die versuchen gesellschaftlich aufzusteigen. Sie wollen beide dasselbe: Glück und eine gesicherte Zukunft für sich und ihren Nachwuchs. Brigitte kommt aus der Stadt und arbeitet in einer Miederwarenfabrik. Sie hasst ihre Arbeit. Das einzige, was sie vom Aufgeben abhält ist der Gedanke an ein besseres Leben, der Gedanke an Heinz. Sie ist sich sicher, dass sie für etwas Besseres bestimmt ist, als ihre Mitarbeiterinnen. Heinz ist Elektroinstallateur und hat somit eine sichere Zukunft.  Brigittes Problem ist, dass sie Heinz egal ist. Während sie ihm ihr Herz ausschüttet, wagt er nicht die geringste Reaktion, man könnte meinen, sie existiere für ihn nicht einmal. Auch Heinz‘ Eltern sind gegen Brigitte, denn sie wollen für ihren Sohn etwas Besseres und Gebildeteres. Es gibt keinen Grund, warum Heinz‘ Eltern anders denken sollten, denn Brigitte hat nichts zu bieten. Sie kommt weder aus reichem Elternhaus, noch sieht sie sonderlich gut aus oder ist hochintelligent. Brigitte muss deshalb einiges über sie ergehen lassen, um eine Chance bei ihrem Angebetetem zu haben. Wenn die beiden Sex haben, wird Heinz befriedigt, doch Brigitte empfindet dabei keine sexuelle Lust, denn es interessiert Heinz nicht, wie sich Brigitte dabei fühlt und kümmert sich nur um sich selbst. Brigitte erkennt bald dass sie keine Chance hat, ihr Leben durch Heinz abzusichern, ohne die Mutter seines Kindes zu sein und deshalb wird der Sex Mittel zum Zweck: Sie versucht Schwanger zu werden, doch ihr gelingt es vorerst noch nicht. Als Susi, ein bildhübsches, junges Mädchen, aus gutem Elternhaus auf Heinz stößt, wird Brigitte ungeduldig und versucht, die neue loszuwerden. Das soll möglichst rasch geschehen, denn auch Heinz‘ Eltern sind von Susi begeistert und wollen dass sie ein Paar werden, immerhin könnte sie ausgezeichnet für ihren Sohn kochen. Plötzlich wird Brigitte doch schwanger und Heinz muss sie heiraten. Brigitte hat ihr Ziel erreicht, sie ist Bestandteil einer Familie und finanziell abgesichert.
Paula ist erst fünfzehn Jahre alt und kommt vom Land. Sie will Schneiderin werden, was für Frauen ihrer Schicht sehr unüblich ist. Normalerweise wird man als junges Mädchen Verkäuferin, oder Hausfrau. Auch ihre Mutter ist dagegen, doch Paula geht das Risiko, von ihrem Bruder und Vater dafür geschlagen zu werden, ein. So beginnt ihre Schneiderlehre. Paula ist unerfahren und will die Liebe erleben. Dabei verliebt sich in Erich, einen jungen, gutaussehenden Holzarbeiter. Erich ist nicht besonders hell und interessiert sich ausschließlich für Motorräder und seine Arbeit. Er bemerkt nicht einmal, dass er Paula die Unschuld nimmt. Seine Eltern wollen, dass er sich eine bessere Frau von woanders nimmt, da er so schön ist. Auch Paula wird schwanger und vom ganzen Dorf für ihr uneheliches Kind verhöhnt. Zuhause wird sie dafür geprügelt. Die Prügel sind dafür bestimmt, das Kind zu töten, doch es überlebt. Erichs Eltern sind weiterhin gegen eine Hochzeit, aber als sein Stiefvater, ein hoffnungsloser Krankenfall, an einem Asthmaanfall stirbt, erlaubt sie seine Mutter doch. Nach der Hochzeit beginnt Paula, als Verkäuferin zu arbeiten und ist glücklich, auch, wenn Erich den Großteil des erworbenen Geldes in Alkohol investiert. Da sie weiterhin in der Lage sein möchte, für ihre Kinder zu sorgen, beginnt sie mit der Prostitution. Als Erich dahinter kommt, lässt er sich scheiden. Paula ist gezwungen, ihre Kinder bei ihren Eltern abzugeben und sich eine Arbeit zu suchen. Sie findet eine freie Stelle in einer Miederwarenfabrik, genau dort, wo Brigittes bessere Zukunft begonnen hat.

 

Zusatz: "Sprache:"

Elfriede Jelinek passt ihre Sprache dem geschilderten Ort an. Kurze Sätze und einfache Wortwahl sind das Grundmerkmal ihrer Schreibweise. Dieselben Ideen werden immer wieder gebracht, oftmals in den gleichen Worten und so benutzt die Autorin Wiederholungen als ein häufiges Stilmittel. Auf diese Weise vermittelt sie dem Leser ein Gefühl von Lehre und von Hilflosigkeit, die die Protagonistinnen erleben, aber auch ein monotones Arbeitsleben der Männer. Klischees tauchen auf und charakterisieren das Leben der Leute im Roman. Trotz der einfachen Wortwahl kann man einige Male den Handlungsfaden verlieren, da Elfriede Jelinek manche Sätze ein halbe Seite lang schrieb.

 

Suchen

Share: