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Über die Form und das Thema vom bürgerlichen Trauerspiel "Emilia Galotti" von Lessing

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Form

Im in Prosa geschriebenen bürgerlichen Trauerspiel „Emilia Galotti“ benutzt Lessing ein Dramenmotiv, das bis in die Antike zurückgeht. Er nimmt Livius‘ Werk „Ab urbe condita“ als Vorbild, in dem es darum geht, dass die Römerin Virginia von ihrem Vater getötet wird, da er sie so vor der Liebe von Appius Claudius bewahren will. Bei Livius folgt der Tat des Vaters ein Volksaufstand. Emilia Galotti wurde eines der ersten politischen Dramen der neueren deutschen Literatur, das die folgende Generation der Stürmer und Dränger beeinflusste.

Die Handlung spielt zwischen dem frühen Morgen und dem Abend eines einzigen Tages. So wird der Schein eines natürlichen Zeitablaufs geweckt. Der Eindruck der Geschlossenheit des Ortes entsteht, indem die Entfernungen im Staat sehr gering sind, man könnte den Staat einen Kleinstaat nennen. Aus der Exposition erfährt der Zuschauer fast alles, was er wissen muss, den Rest gibt einem der Maler Conti zu wissen (I,3-5). Man weiß, dass ein regierungsunwilliger Fürst von der Emilia eingenommen ist (I,1), die er bei einer Abendgesellschaft kennengelernt hat (I,4), von der etwas später auch Emilias Mutter berichtet (II,4). Es gibt drei Schauplätze. Zu Beginn hält sich der Prinz in seinem Stadtpalais auf; es folgt ein Sprung in die Stadtwohnung der Galottis. Die Handlung wird nach einem kurzen Schauplatzwechsel im Lustschloss des Prinzen, welcher dort Emilia empfangen möchte, fortgesetzt. Das Trauerspiel ist in fünf Aufzüge unterteilt. In den ersten drei Aufzügen steigt die Handlung: die Klagen des Prinzen und die Heirat des Grafen bilden den Rahmen. Im dritten und vierten Akt kommt es zum Höhepunkt, als Emilia im Lustschloss des Prinzen eintrifft und der Mord durchschaut wird. Das retardierende Moment ist die Lebensgeschichte der Orsina im vierten Akt und im fünften Akt kommt es schlussendlich zum Moment der letzten Spannung und zur Katastrophe. die mit dem Tod Emilias beginnt. Nachdem Odoardo sich fragt: „Was will ich denn für sie tun?“ (V,6) würden die meisten Zuseher an eine gewaltsame Entwendung denken, kaum jemand würde vermuten, dass der Vater beim nächsten Auftritt seine eigene Tochter tötet. Die Katastrophe endet damit, dass der Prinz Marinelli einen „Teufel“ schimpft. „Ist es, zum Unglücke so mancher, nicht genug, dass Fürsten Menschen sind: müssen sich auch noch Teufel in ihren Freund verstellen?“ (V,8)

Bei der Aufführung des Trauerspiels ist es für den Regisseur nicht das Problem, den zweifachen Ortswechsel zu zeigen, viel eher bereiten ihm die Zwischenhandlungen, die auf der Bühne nicht gezeigt werden, Probleme.

Thema

Das bürgerliche Trauerspiel „Emilia Galotti“ wurde in der Zeit der Aufklärung geschrieben und hat vor allem den Konflikt zwischen Adel und Bürgertum zum Thema, aber auch Liebe und Eifersucht spielen in dem Drama eine wichtige Rolle. Das übersteigerte Ehrgefühl führt schlussendlich zum Tod der Emilia.

 

 

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