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Thomas Bernhard: Ein Kind

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In seiner Autobiografie „Ein Kind“ erzählt Thomas Bernhard über seine ersten dreizehn Lebensjahre.

Er wächst in seinen Vorschuljahren bei seinen Großeltern auf. Als sie noch in Seekirchen in Österreich leben, sind sie Teil der Gesellschaft im Dorf und der Gemeinde. Obwohl sie ziemlich arm sind, lassen sie es sich nicht anmerken. Seine Großmutter achtet immer darauf, dass Thomas elegant gekleidet ist. Und sein Großvater lässt auch las Schriftsteller und mit seinem Spazierstock einen feinen Eindruck hinternach. Als sie nach Deutschland umziehen, verändert sich jedoch vieles für sie. Dort werden sie nicht akzeptiert, da sie nur arme Österreicher sind, was sie zu Außenseitern macht.

Als Kind wird Thomas viel mit Politik konfrontiert. Er zieht ungefähr zu Beginn des deutschen Nationalsozialismus nach Deutschland. Er war schon auch davor mit dem Kommunismus durch seinen Onkel Farald in Kontakt. Da Thomas noch ziemlich jung ist, scheint er nicht viel von Politik zu halten. Als es Pflicht wird, besucht er wie alle Gleichaltrigen aus der Kleinstadt in die Hitlerjugend, auf Wunsch seines Großvaters. Thomas mag diese überhaupt nicht, weil er ungern immer dieselben Lieder singt und die meiste Zeit in dort im Gleichschritt marschieren muss.

Die Lage zwischen Österreich und Deutschland kommt deutlich hervor. Man merkt wie die Deutschen keine Meinung für das dörfliche Österreich übrig haben.

Im Laufe seiner Kindheit lebt Thomas an mehreren Orten. Er wird in den Niederlanden als uneheliches Kind geboren, und lebt später eine kurze Zeit, bevor er nach Seekirchen in Salzburg wegzieht, bei seinen Großeltern in Wien. Und ziehen sie wiederum einige Zeit später ins bayerische Traunstein, eine Kleinstadt, um. Aus seiner Erzählung kommt heraus, dass er gerne in Seekirchen gelebt hat. Thomas liebt es, die Zeit am Hippinger-Hof, bei welchem er sich geborgen und wohl fühlt, zu verbringen. Alles scheint perfekt zu sein, sogar sein erstes Schuljahr, in welchem er Klassenbester ist. Ab dem Zweiten aber ändert sich vieles: Plötzlich werden seine schulischen Leistungen sehr schwach und es gehrt bergab mit seinen idyllischem Leben. Die Situation verschlechtert sich noch mehr in Deutschland. In der Schule gehört Thomas zu keiner Gruppe an- er passt nicht zu den „schlechten“, und auch nicht zu den „guten“ Schülern. Seine Familie wird von der deutschen Gesellschaft nicht akzeptiert, und sind nur die Fremden.

Der Großvater ist Thomas wichtigste Bezugs- und Autoritätsperson. Auf ihn hört sein Enkel mehr als auf seine Mutter. Jedes seiner Worte und Meinungen nimmt Thomas als selbstverständlich. Er liebt seinen Großvater so sehr, so dass er alles für ihn tun würde. Da der erwachsene Mann keinen richtigen Ansprechpartner hat, verbringt und redet er mit dem kleinen Kind, was nicht immer sehr gut ist. Er ist nämlich überzeigter Anarchist und spricht oft von Selbstmord und verschiedenen Brutalitäten. Da Thomas noch sehr jung ist, kann er natürlich manche Themen nicht verstehen. Deshalb nimmt er manche Dinge einfach wortwörtlich.

Die Erziehung früher unterscheidet sich sehr von der heutigen, modernen. In der früheren Zeit wurde man für jede Kleinigkeit oder Fehler physisch, und auch psychisch bestraft. So glaubte man die Kinder auf den richtigen Weg zu bringen. Wenn man in der Schule etwas falsch gemacht hat, wurde von Lehrern mehrere Male mit dem Stock auf die Finger des „Schuldigen“ geschlagen. Thomas selbst kam in Deutschland jeden Tag mit fast blutigen Händen nach Hause, wenn er keine Hausübungen am Vortag gemacht hat. Ein sehr großes Problem in seiner Kindzeit war das Bettnässen. Jede Nacht machte er in sein Bett. Und als Strafe hängte seine Mutter das durchnässte Bettlacken abwechselnd auf andere Fenster, damit jeder in der Kleinstadt davon weiß. Sie bestraft damit Bernhard und versucht, dass er damit aufhört. Dies war ihre Erziehungsmethode. Aber durch so eine Bestrafung wird das Bettnässen nur schlimmer. Für ein Kind ist es eine schreckliche Demütigung. Auch wenn das Kind manchmal etwas Verbotenes macht, schlägt die Mutter mit dem Ochsenzieher ein, um es zu Vernunft zu bringen. Nie redet sie mit ihm über seine Gefühle und Probleme. Wenn sie mit Thomas spricht, dann beschimpft sie ihn nur, er sein ein ungewolltes Kind und eine Schande, wie sein Vater. Früher wusste man nicht, wie man auf bessere Art und Weise Kinder erziehen konnte. Nur mit Strafen konnten sich Kinder nicht zum Guten entwickeln. Erst durch Reden (und durch das Akzeptieren und danach das Erklären des Fehlers), konnten Kinder ihre Probleme abbauen.

Da der Großvater selbst, keine besonders große Schriftstellerkarriere hat, will er das Beste für seinen Enkel in dem Bereich Erfolg. Er will aus Thomas etwas Erschaffen, was er selbst nicht konnte. Der Großvater ist fest entschlossen, dass Thomas eine Künstlerseele hat. Deshalb mein er, Thomas wäre der ideale Violinist, eine wahrer Virtuose. Obwohl Thomas erst Anfänger ist, träumt sein Großvater von seinen großen Musikerkarriere seines Enkels. Eine Zeit lang war der Enkel für den Großvater der perfekte Maler. Interessant ist, dass er nie versucht, mit Thomas zu schreiben, weil dieser Beruf doch seine größte Leidenschaft ist!?!

Obwohl er in Wirklichkeit schon Erwachsen ist, versetzter sich Thomas Bernhard in „Ein Kind“ in die Lage des Kindes und versucht, wie eines zu denken (also naiv und ohne Hinterfragung), was ihm sehr gut gelingt. Jedoch kommt in manchen Stellen auch seine persönliche Stellungnahme hervor.

Der Titel „Ein Kind“ bezieht sich meiner Meinung nach von ihm an seine Mutter und an seinen Großvater. Als die Mutter ihn immer beschimpft und anschreit, ist sie sich gar nicht bewusst, dass Thomas nur ein Kind ist, und nichts für ihre Probleme kann. Und beim Großvater glaube ich, ist es das Problem, dass er mit Thomas wie schon erwähnt, über jedes Thema spricht. Hätte der Großvater bei der Auswahl und geachtet, für Thomas passende Worte zu finden, hätte sich sein Enkel wahrscheinlich Ärger manchmal gespart, und nicht so viel Unsinn getrieben.


 

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