Das Sonett „An Sich“ wurde von Paul Flemming geschrieben und ist in Alexandrinern verfasst. Es hat „Carpe Diem“ zum Thema.
Als ich den Text das erste Mal las, war ich etwas verwirrt. Denn für mich ist das das erste Gedicht aus der Barockzeit, das nicht in einer pessimistischen Art geschrieben ist. In der ersten und zweiten Strophe geht es darum, dass der Autor den Leser auf fordert, seinen Tag und seine Zeit zu nützen. Er sagt, alles Gute, was auf einen zukommt, soll man ergreifen und, dass man nichts bereuen soll und kritisiert die Neidenden. Die dritte und vierte Strophe handeln davon, dass man Glück und Unglück selbst in der Hand hat und dass man nicht übermütig sein soll. Mit Selbstbeherrschung erreicht man laut dem Schlussvers alles.
Das Gedicht besteht wie jedes Sonett aus zwei Quartetten und zwei Terzetten. Das Versmaß ist ein sechshebiger Jambus mit einer Mittelzäsur, auch Alexandriner genannt, beginnend mit einem weiblichen Versschluss, der in den folgenden Versen aber mit einem männlichen Versschluss alternierend auftritt. Die Reimform ist in den Quartetten ein umarmender Reim (abab), die zwei Terzette weisen das Reimschema abc-abc auf. Alle Reime sind reine Reime. Paul Fleming baute in sein Gedicht einige rhetorische Figuren ein. Die erste ist eine Wiederholung und dient zur Steigerung der Eindringlichkeit. In der vierten Zeile befindet sich eine Akkumulation. „Glück, Ort und Zeit“ sind Unterbegriffe für die Welt (als ganzes). Die ersten zwei Verse der zweiten, sowie der letzte der zweiten und der erste der dritten Strophe sind durch Anaphern verknüpft. Das „Was“, das Teil der zweiten Anapher ist, bildet aber auch mit dem darauffolgenden „was“ eine Wiederholung. Am Ende des neunten und dreizehnten Verses darf der Leser keine Pause einlegen, da sie mit dem darauffolgenden Vers ein Enjambement bilden. Die letzte rhetorische Figur befindet sich in der letzten Zeile. „Die weite Welt“ und „alles“ sind zwei verschiedene Begriffe, meinen aber das gleiche und sind deshalb als ein Hendiadyoin zu bezeichnen.
Das Gedicht „An Sich“ ist wie gesagt nicht wirklich typisch für die damalige Zeit, da früher sehr pessimistisch geschrieben wurde und die Vergänglichkeit ein häufiges Thema war.
Paul Flemming will dem Leser klar machen, dass das Leben auf der Erde nicht ewig dauert, und man deshalb „carpere diem“ soll.
Ich habe das Gedicht sehr gemocht, vor allem nach dem zweiten Lesen, da ich da richtig die Aussage verstand. Es ist nicht schade, wenn man es auswendig lernt!
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