Dieser Text von Ilse Aichinger ist eine Kurzgeschichte. Es geht um eine gelangweilte Frau, die den ganzen Tag in ihrer Wohnung oder vor ihrem Fenster sitzt. Sie wartet den ganzen Tag darauf, dass etwas geschieht, doch nie passiert etwas Aufregendes. Ihr Leben ist langweilig und einsam. Doch eines Tages, als sie mal wieder vor sich hin starrt sieht sie einen alten Mann im Fenster des gegenüber liegenden Hauses. Er sieht freundlich drein und macht einen netten Eindruck. Er winkt mit einem Taschentuch, die Frau reagiert nicht. Doch er fängt an immer heftiger zu winken, sie reagiert immer noch nicht. Da lässt er das Taschentuch aus dem Fenster. Die Frau wundert sich, meint er sie? Unter ihr ist eine Werkstatt und die Wohnung über ihr steht seit Jahren leer. Da fängt der Mann an, seinen Hut hastig auf und ab zu setzen. Dann beginnt er mit einem bunten Schal zu winken. Die Frau steht noch immer fasziniert da. Da lässt der Mann den Schal aus dem Fenster wehen. Die Frau fragt sich, was sie tun soll, sie entschließt sich dazu die Polizei zu rufen. Als sie wieder zum Fenster sieht, steht der man mit rotem Gesicht vor ihr, er hat einen Kopfstand gemacht. Da hört sie schon die Polizeisirenen. Als die Polizei vor dem Haus des Mannes steht, eilt sie aus ihrer Wohnung herunter, ihr Verdacht hatte sich bestätigt, die Werkstatt hatte schon geschlossen. Eine große Menschenmenge tummelt sich um die Polizeiautos. Sie geht mit den Polizisten hinauf zur Wohnung des Mannes. Als niemand auf das Klopfen reagiert und die Klingel anscheinend kaputt ist, brechen die Polizisten die Tür auf. Die Wohnung ist sehr kahl eingerichtet. Als sie in das Wohnzimmer kommen sehen sie einen alten Mann, der wahrscheinlich schwerhörig ist, da er auf das Klopfen nicht reagiert hatte, in Shorts und mit einer Decke umgehängt vor seinem Fenster tanzen. Gegenüber von ihm (einen Stock höher als die Wohnung der Frau) sehen sie ein kleines Kind, das den alten Mann nachmacht und dabei lacht und sich freut.
| < Zurück | Weiter > |
|---|


