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Elfriede Jelinek

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Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag (Steiermark) geboren. Ihre Mutter Olga stammte aus dem Großbürgertum und war lange Zeit die einzige, die die Familie finanziell versorgte. Ihr Vater Friedrich, ein gelernter Chemiker, war Jude und überlebte den zweiten Weltkrieg nur, „weil er als Chemiker mit kriegswichtigen Forschungsaufgaben betraut war.“  Bereits mit dreizehn Jahren kam Elfriede Jelinek mit Hilfe ihrer Mutter ans Konservatorium und studierte mit Orgel, Klavier und Blockflöte gleich drei Instrumente und später auch Komposition.
Als ihr Vater mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hatte, musste sie nach ihrem Schulabschluss sehr darunter leiden. Sie traute sich nicht mehr, das Haus zu verlassen. Damals begann sie zu schreiben. Ihre ersten Gedichte wurden von kleinen Zeitungen oder Verlagen veröffentlicht. Im gleichen Jahr erschien ihr Gedichtband „Lisas Schatten“  In dieser schweren Zeit kümmerte sich die Mutter um die beiden, bis Friedrich Jelinek 1969 in einer psychiatrischen Klinik starb. Der Vorfall ließ sie aber nicht in ein noch tieferes Loch fallen, im Gegenteil. Sie erholte sich daraufhin etwas und schloss 1971 ihr Musikstudium ab. Drei Jahre Später heiratete sie Gottfried Hüngsberg und lebte mit ihm bis zum Tod ihrer Mutter in der gleichen Wohnung. Im Jahr ihrer Hochzeit engagierte sie sich für die KPÖ und wirkte vor allem bei Kulturveranstaltungen mit. Seit Ihrer Heirat lebte sie abwechselnd in Wien und in München.
Mit 21 Jahren schrieb sie nicht nur Gedichte, sondern auch Erzählungen, Hörspiele, Romane, Drehbücher und Bühnenstücke. Der Durchbruch gelang ihr 1975 mit dem Roman „Die Liebhaberinnen“. Die zehn Jahre danach waren sehr erfolgreiche, bis 1985 im Burgtheater eines ihrer Dramen, das von der NS-Zeit handelte, von der Öffentlichkeit falsch aufgefasst wurde. Ihre Pechsträhne ging weiter. Als ihr Roman „Die Klavierspielerinnen“ publiziert wurde, überwog in den Rezensionen mehr die autobiographische Deutung als eine Textbehandlung. Den Tiefpunkt erreichte sie, als sie sich für die Freilassung des wegen Mordes inhaftierten „Jack Unterweger“  einsetzte. Nachdem dieser freikam, ermordete er neun weitere Personen und beging darauf Selbstmord.
Nach ihrem Aufführungsverbot, das im Jahr 2000 von der damaligen österreichischen schwarz-blauen Regierung verhängt wurde, feierte sie 2003 ihr Comeback im Akademietheater unter der Regie von Nicolas Stemann. Es folgten weitere erfolgreiche Theateraufführungen. 2004 erhielt sie den Literaturnobelpreis. Bis heute ist Elfriede Jelinek als Schriftstellerin tätig.

 

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