Hausübung: „Das Parfum“ – Kapitel 1-22
Beschreibe anhand des ersten Teiles des Romans den Charakter und das Aussehen von Jean Baptiste Grenouille:
Sein Aussehen:
Er war ziemlich häßlich und klein. Er hatte viele Narben und einen verkrüppelten Fuß.
„Er war, als er heranwuchs, nicht besonders groß, nicht stark, zwar häßlich, aber nicht so extrem häßlich, dass man vor ihm hätte erschrecken müssen.“1
„ Zwar trug er Narben davon und Schrunde und Grind und einen leicht verkrüppelten Fuß, der ihn hatschen machte, aber er lebte.“2
Sein Charakter:
Er suchte die Einsamkeit und wusste nicht was Gefühle sind, das Einzige was ihn beherrschte waren Gerüche. Er war zäh und hatte einen starken Lebenswillen, außerdem war er auch Boshaft und hatte keine Freundlichkeit in sich, äußerlich jedoch nicht.
„Er war nicht aggressiv, nicht link, nicht hinterhältig, er provozierte nicht. Er hielt sich lieber abseits. Auch seine Intelligenz schien alles andere als fürchterlich zu sein.“3
„Er war zäh wie ein resistentes Bakterium und genügsam wie ein Zeck, der still auf einem Baum sitzt und von einem winzigen Bluttropfen lebt, das er vor Jahren erbeutet hat.“4
„Um aber so bescheiden abzutreten, hätte es eines Mindestmaßes an eingeborener Freundlichkeit bedurft, und die besaß Grenouille nicht. Er war von Beginn an ein Scheusal. Er entschied sich für das Leben aus reinem Trotz und aus reiner Borhaftigkeit.“5
- Welche Vergleiche werden angestellt, wie wirkt er auf die Menschen, mit denen er zu tun hat?
Man fühlt sich in seiner Gegenwart unbehaglich, weil man ihn nicht riechen kann. Nur von Madame Gaillard wurde er behandelt wie jeder andere Bursche auch. Man hatte Angst vor ihm und er erscheint unheimlich obwohl es keinen Grund gab. Mann wollte mit ihm einfach nichts zutun haben.
„Auf der anderen Seite … oder vielleicht gerade wegen ihrer vollkommenen Emotionslosigkeit, besaß Madame Ganillard einen gnadenlosen Ordnungs- und Gerechtigkeitssinn. Sie bevorzugt keines der ihr anvertrauten Kinder und benachteiligt keines.“6
„ Jede andere Frau hätte dieses monströse Kind verstoßen. Nicht so Madame Gaillard. Sie roch ja nicht, daß es nicht roch, und sie erwartete keine seelische Regung von ihm, weil ihre eigene Seele versiegelt war.
Die Kinder dagegen spürten sofort, was es mit Grenouille auf sich hatte. Vom ersten Tag an war ihnen der Neue unheimlich.“7
„Statt dessen gingen sie ihm aus dem Weg, liefen davon, hüteten sich in jedem fall vor Berührungen. Sie haßten ihn nicht. Sie waren auch nicht eifersüchtig oder futterneidisch auf ihn. Für solche Gefühle hätte es im Haus Gaillard nicht den geringsten Anlaß gegeben. Es störte sie ganz einfach, daß er da war. Sie konnten ihn nicht riechen. Sie hatten Angst vor ihm.“8
- Welche Bedeutung haben Ort und Umstände der Geburt im Zusammenhang mit dem Charakter Grenouilles?
Er hatte einen starken Lebenswillen, und hat sich aller Gefühle entledigt. Er lebte in sich gekehrt, er hatte keinen eigenen Duft dafür aber eine hervorragenden Geruchssinn.
„Er besaß eine zähe Konstitution. Wer wie er die eigene Geburt im Abfall überlebt hatte, ließ sich nicht so leicht aus der Welt buchsieren.“9
„Für seine Seele brauchte er nichts. Geborgenheit, Zuwendung, Zärtlichkeit, Liebe – oder wie die ganzen Dinge heißen, deren ein Kind angeblich bedurfte – waren dem Kinde Grenouille völlig entbehrlich gemacht, so scheint uns, hatte er sie sich selbst entbehrlich gemacht, um überhaupt leben zu können, von Anfang an. Der Schrei nach seiner Geburt, der Schrei unter dem Schlachttisch hervor, mit dem er sich in Erinnerung und seine Mutter aufs Schafott gebracht hatte, war kein instinktiver Schrei nach Mitleid und Liebe gewesen. Es war ein wohlerwogener, fast möchte man sagen ein reiflich erwogener Schrei gewesen, mit dem sich das Neugeborene gegen die Liebe und für das Leben entschieden hatte.“10
„Er lebte in sich selbst verkapselt und wartete auf bessere Zeiten. An die Welt gab er nichts ab als seinen Kot; Lächeln, keine Schreie, keinen Glanz des Auges, nicht einmal einen eigenen Duft.“11
Zitate:
„…“1 bis „…“ 11 sind Zitate aus dem Buch „Das Parfum“.
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2à Seite 27 / Kapitel 4 / Zeile 27 - 29
3à Seite 31 / Kapitel 5 / Zeile 5 - 8
4à Seite 27 / Kapitel 4 / Zeile 28 - 32
5à Seite 28 / Kapitel 4 / Zeile 23 - 28
6à Seite 26 / Kapitel 4 / Zeile 12 - 16
7à Seite 29 & 30 / Kapitel 4 / Zeile 32 - 6
8à Seite 30 / Kapitel 4 / Zeile 26 - 32
9à Seite 31 / Kapitel 4 / Zeile 17 - 21
10à Seite 28 / Kapitel 4 / Zeile 1 - 15
11à Seite 29 / Kapitel 4 / Zeile 28 - 32
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