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Inhaltsverzeichnis

Vorwort. 2

Der Fliegenpilz. 3

Der grüne Knollenblätterpilz. 5

Der spitzkegelige Kahlkopf. 7

Das Mutterkorn. 9

LSD-Lysergsäurediethylamid. 10

Erläuterungen. 12

Quellenverzeichnis. 13
Vorwort

Von 5000 Pilzarten wurden bis jetzt 150 für giftig erklärt. Früher nutzten Urvölker ihre Wirkung um bei Geburten die Wehen zu lindern. Auch zu traditionellen Zwecken und zeremoniellen Anlässen verzehrten die ethnischen Völker psychoaktive Pilze um eine neue Erfahrung zu machen. Diese Pilzarten werden zu den Psilocyben gezählt. Bekannte Pilze davon sind der spitzkegelige Kahlkopf („Psilocye semilanceata“) und der mexikanische Kahlkopf („Psilocybe mexicana“). Auch der bekannte Fliegenpilz wurde oft bei Zeremonien und zur Schmerzlinderung gegessen. Dieser zählt zu der Gruppe der Freiblättler und gehört zu den Muscimol- oder Muscarintypen.

Der grüne Knollenblätterpilz zählt zu den giftigsten und somit auch zu den tödlichsten Pilzarten. Der Mutterkorn-Pilz zählt auch zu den giftigsten Pilzen und hat schon im Mittelalter für Epidemien gesorgt. Da die Menschen damals nichts von der giftigen Wirkung wussten, lösten sie das Mutterkorn nicht aus dem Roggen. Später fand Albert Hofman während einer Forschungsarbeit am Mutterkorn das LSD, auch Lysergsäurediethylamid genannt. Dabei wollte er ein Mittel finden, welches den Kreislauf stimulieren sollte.

Giftpilze lassen sich in drei Giftgruppen unterteilen: Psilocin-/Psilocybingruppe, Ibotensäuretypen und Muscimol-/Muscarintypen und die Alkaloidtypen.


Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz wird zu dem Muscimol-/Muscarintyp gezählt und gehört zu der Gattung der Amanita. So ergibt sich auch schon sein Name und zwar „Amanita muscaria“. Dieser Pilz wächst meist unter Fichten, Birken, Kiefern und Lärchen. Häufig findet man ihn auch an Waldrändern.

Inhaltsstoffe:


Cholin, Acetylcholin, in der Frischmasse 0,03-0,1% Ibotensärue, Muscarin 0,0002-0,0003% in Frischmasse, Muscaridin, Muscimol, Muscazon, Butyltrimethylammonium und Spurenelemente von Selen und Vanadium



Früher dachte man, dass das Muscarin an der Giftwirkung Schuld sei. Nur kommt es in einer so geringen Menge vor(0,0002-0,0003% in Frischmasse), dass es gar nicht zu einer Vergiftung kommen kann. Jedoch fand man heraus, dass die Ibotensäure für die Wirkung verantwortlich ist.

Das Muscazon, die Ibotensäure und das Muscimol wirken dämpfend auf das Mittlehirn und anregend auf das Großhirn. Muscimol ist der Gamma-Aminobuttersäure ähnlich, weshalb es als Agonist1 dieses hemmenden Neurotransmitters am postsynaptischen GABA-Rezeptorkomplex wirkt. Die Ibotensäure sit eine exzitatorische Aminosäure, wie die Glutaminsäure. Sie ist im Gegensatz zum Muscimol 5 bis 10mal schwächer und wirkt als Agonist an glutaminergen Rezeptoren. Das Muscimol entsteht erst durch Kochen oder Metabolisierung2, auch Decarboxylierung2 genannt. Das erklärt, weshalb der Urin eines Konsumenten eine höhere Psychoaktivität als der Pilz selbst enthält. Das Muscimol ist daher ein Decarboxylierungsprodukt der Ibotensäure. Die Farbstoffe des Fligenpilzes sind Betalaine und Verbindungen, die mit Muscaflavin(gelb) verwandt sind.

Wirkung:

Der Fliegenpilz wird oft als tödlich bezeichnet, was nicht stimmt. Er wirkt leicht halluzinogen und seine Wirkung kann bis zu 5-6 Stunden anhalten.

Zuerst beginnt eine Phase der leichten Anregung und danach tritt eine dämpfende Wirkung ein. Diese zeigt sich in Ataxie3 und Müdigkeit, aber ohne zur Narkose oder in den Schlaf zu führen.

Zu den psychischen Symptomen zählen die Konzentrationsabnahme und die Erhöhung emotioneller Zustände. Es entsteht eine Distanz zur Umwelt, eine Derealisation und Depersonalisation4. Der Konsument hat ein verändertes Zeitgefühl, aber es gibt keine Halluzinationen. Körperliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auch auftreten.

Die Symptome der ersten Phase sind ein Druck im Kopf, Müdigkeit, Angst, Schwindelanfälle, Unruhe, Augenflimmern, Bewusstseinstrübung, Erregung und Verwirrung. Nach dieser dämpfenden Phase folgt eine Hochphase. Dabei hebt sich die Stimmung und der Konsument empfindet Euphorie und Ekstase. Bei einer größeren Menge kann es zu Halluzinationen, Delirien und starken Erregungszuständen (z.B. Tobsucht) kommen. Muscarin führt auch zur Erregung des Parasympathikus5. Dabei verlangsamt sich der Puls, die Pupillen verengen sich und weiters kann es zu Magen-Darm-Kontraktionen und heftigen Schweißausbrüchen kommen.

Verwendung in der Homöopathie:

Zubereitungen, die die Inhaltsstoffe des Fliegenpilzes beinhalten, werden „Agaricus muscarius“ genannt. Sie werden bei Nerven- und Gliederschmerzen, Fieber, Unruhe- und Erregungszuständen, Epilepsie, Blasenlähmung, Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Lidkrämpfen, anginösen Herzbeschwerden, übermäßigem Schwitzen, klimakterischen Wallungen, Alkoholvergiftungen und multipler Sklerose angewandt.



Der grüne Knollenblätterpilz

Der grüne Knollenblätterpilz gehört wie der Fliegenpilz auch zu den Amanita. Er zählt zu den giftigsten Pilzen und ist einer der tödlichsten. Er ist in Eichenwäldern und auch in der Näher von Buchen anzutreffen.


Inhaltsstoffe:

Im Wesentlichen sind es 2 Substanzen und zwar das Phalloidin und Amanitin. Beide sind kompliziert gebaute Cyclopeptide. Diese führen bei einer Berührung mit der Haut zu allergischen Reaktionen, Ausschlägen und Nekrosen6. Im Zentrum dieses Moleküls befindet sich eine Schwefelbrücke, die für die Giftwirkung verantwortlich ist. Wird dieses Atom gespalten kommt man zu einem völlig ungefährlichen Produkt, dem seco-Perhydro-desthio-amanitin bzw. dem Desthiophalloidin.


Amanitine hemmen die RNA-Polymerase7 2 und unterbinden somit die Proteinbiosynthese auf der Stufe der Elongation8. Dabei sind die Niere und die Leber besonders betroffen, weil hauptsächlich dort die Proteinbiosynthese stattfindet. Aufgrund des Aufnahmemechanismus in die Leberzellen zirkuliert das Amanitin im enterohepatischen Kreislauf9. Amanitine werden hauptsächlich über die Niere ausgeschieden. Phallotoxine sind bizyklische Heptapeptide, welche bei einer peroralen Einnahme nicht resorbiert werden können. Das Phalloidin aus der Gruppe der Phallotoxine wird ausschließlich von Hepatozyten10 aufgenommen, wenn es in den Blutkreislauf gelangt. Diese Hepatozyten werden geschädigt, indem das Phalloidin an F-Actin11 bindet. Dadurch verändert sich die Zellmembran und so wird ein Ionenverlust herbeigeführt. Im Gegensatz zum langsamwirkenden Amanitin kann das Phalloidin in 1 bis 4 Stunden töten.

Vergiftung:

Die 2 Zellgifte Phalloidin und Amanitin schädigen die Niere, die Leber, das Herz und die Skelettmuskulatur. Diese Gifte wirken nicht bei Nagetieren, Schnecken und Kaninchen, da sie das Gift peroral nicht resorbieren können. Die Umwandlungsprodukte, die enzymatisch vom Körper erzeugt werden, stellen die eigentlichen Toxine dar. Die ersten Vergiftungssymptome treten nach 10 bis 12 Stunden oder auch nach 2 Tagen auf. Diese kennzeichnen sich durch plötzliche starke Leibschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und heftige Durchfälle, welche zu einer Austrocknung führen und somit auch zu starkem Durst, Versiegen der Harnprodukte, Krämpfe, Absinken des Blutdrucks und zu einer kompensativ hohen Herzfrequenz. Diese Phase wird gastrointestinal genannt. Nicht selten kommt es in dieser Phase zum Tod. Dieser tritt innerhalb von einem Tag nach den ersten Symptomen auf. Übersteht der Vergiftete die gastrointestinale Phase, tritt eine Phase der Besserung ein. Nach 24 Stunden gelangt man in die 3.Phase.In dieser Phase tritt in 70% der Fälle in 2 bis 3 Tagen der Tod ein. Die Symptome in der 3.Phase sind niedriger Blutdruck, schwacher Puls, Bewusstlosigkeit, eine geschwollene und druckempfindliche Leber. Der Blutzuckerspiegel steigt zuerst auf extreme Werte und fällt dann unter den Normalwert.

Bei Testungen wurden im Blut Milchsäure, und im Harn Eiweiß, Milchsäure, Blut, Leucin und Tyrosin gefunden. Weitere Symptome sind Leukopenie12, Eosinopenie13, Gelbsucht und psychomotorische Unruhe. Meist folgen auf diese Symptome Krämpfe und der Tod durch einen Kreislaufkollaps.



Der spitzkegelige Kahlkopf

Der spitzkegelige Kahlkopf, auch Psilocybe semilanceata genannt, gehört wie der Düngerling zu den Psilocyben und zu der Familie der Schuppenpilze.

Inhaltsstoffe:


Psilocybe enthalten die Indolderivate Psilocybin und Psilocin. Psilocybin ist eine sehr stabile Substanz, die auch in der Trockenmasse erhalten bleibt. Man hat herausgefunden, dass Psilocybin im Körper zu Psilocin hydrolisiert14 wird. Da Psilocin lipophiler15 ist, besitzt es eine größere ZNS-Aktivität16. Das Psilocybin wird durch die alkalische Phosphatase17 gespalten. Beide Substanzen wirken wie LSD auf die Serotonin-Rezeptoren, die im Mittelhirn liegen. Es besteht eine große Ähnlichkeit mit dem Serotonin. Das Psilocin und Psilocybin ahmen dabei das Serotonin nach. In höheren Dosen wirken beide Substanze hemmend. Jedoch hat Psilocybin eine geringere Wirkungsdauer und eine schwächere Wirkung als LSD.

Wirkung:

Die ersten Symptome treten innerhalb von einer halben Stunde nach der Einnahme ein. Dazu gehören erweiterte Pupillen, veränderte Außenwelt, Schwindel, Übelkeit und eine veränderte Körperwahrnehmung. Bei einer geringen Dosis verspürt der Konsument eine angenehme und körperliche Entspannung. Bei einer höheren Dosis kann es zu tieferen seelischen Alterationen, einem veränderten Raum- und Zeitgefühl kommen.

Die 2. Phase der Wirkung setzt in 30 Minuten bis zu einer Stunde ein. Hier kommt es zu einer visuell verändert Umwelt durch eine erhöhte Empfindlichkeit für Farbkontraste, Muster und Farbstrukturen. Das Erleben ist affektbetont und ästhetisch. Weitere Symptome sind Illusionen, Halluzinatioen und ein verändertes Zeit- und Raumerlebnis.

Die 3.Phase setzt ca. nach 2 Stunden ein. Dabei treten Symptome, wie Versunkenheit, schlaffe Haltung und ein leerer Gesichtsausdruck auf. Das Bewusstsein des Konsumenten ist nicht völlig getrübt. Er bekommt mit, was passiert und wo er ist. Er ist auch weiterhin ansprechbar. Weiters kann es noch zu Derealisations- und Depersonalisationsphänomenen („als wäre man vom Körper losgelöst“) kommen. Die Wirkungsdauer von Psiloycbin hält bis zu 6 Stunden an. Es wirkt wie LSD und Meskalin, nur setzt der Rausch bei Psilocybin schneller ein. Bei einer Überdosis treten frühestens nach 15 Minuten Symptome wie Kopfschmerzen, Benommenheit, Koordinationsstörungen, Muskelschwäche, verlangsamter Puls, niedriger Blutdruck, Parästhesien18, Unruhe, Erbrechen, Pupillenerweiterung, Halluzinationen und Delirien bis zur Bewusstlosigkeit. Die Wirkungen lassen in 6 bis 12 Stunden nach.

Verwendung:

Hauptsächlich haben Psilocybe eine rituelle Bedeutung, z.B. für viele Urvölker. In der Medizin werden die Inhaltsstoffe bei Magen-Darm-Problemen, Migräne, Kopfschmerzen, Schwellungen und Epilepsie angewandt.



Das Mutterkorn


Das Mutterkorn gehört zu den Schlauchpilzen. In früheren Zeiten wussten die Menschen nichts von der toxischen Wirkung und lösten es deshalb nicht aus dem Roggen. Dies führte zu Epidemien. Das „Krankheitsbild“ wurde als Ergotismus beschrieben dabei unterscheidet man zwischen 2 Formen dieser Krankheit:

1. Ergotismus convulsivus

Symptome: starke Krämpfe und schmerzhafte Muskelzuckungen

Diese werden durch die enthaltenen Säureamidalkaloide ausgelöst

2. Ergotismus gangraenosus

Symptome: durch Kontraktionen der Gefäße kommt es zur Mangeldurchblutung und daher zum Absterben der Gliedmaßen

Dies wird durch die Peptidalkaloide ausglöst


Inhaltsstoffe:

Das Mutterkorn enthält Nichtalkaloide. Das sind stickstoffreie Verbindungen wie Kohlenhydrate, fettes Öl. 30-35% Ergosterol (Provitamin D2), Chitin und Farbstoffe. Weiters sind stickstoffhaltige Verbindungen wie Aminosäuren, Cholin und Histamin enthalten. An Alkaloiden sind Clavine wie Agroclavin, Elymoclavin oder Festuclavin enthalten. Weitere Inhaltsstoffe sind Säureamidalkaloide der Ergometrin- bzw. Ergobasingruppe Dazu gehören Ergin, Lysergsäuremethylcarbinolamid und Ergometrin. Das Mutterkorn beinhaltet noch nicht-wasserlösliche Peptidalkaloide der Ergotamingruppe wie Ergotamin, Ergosin und der Ergotoxingruppe wie Ergocristin, α- und β-Ergocryptin und Ergocornin.


Vergiftung:

Die Toxine des Mutterkorns wirken wehen auslösend und dämpfend. Die strukturelle Ähnlichkeit mit den Neurotransmittern Noradrenalin, Serotonin und Dopamin, führt zur Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung. Weitere Symptome sind Krämpfe, erschlaffte Gefäßmuskulatur, Pupillenerweiterung, Anstieg des Blutzuckers, gehemmte Reflexe, Erbrechen, erhöhte Körpertemperatur, erhöhter Puls, Kribbeln in Händen und Füßen. Eine größere Menge vom Mutterkorn führt zu Übelkeit, Schwindel, Blässe, Herzschwäche, Lähmung der Reflexbereitschaft, und Atmung.


Verwendung:

In der Medizin wird Mutterkorn und Zubereitungen damit in der Frauenheilkunde und in der Geburtshilfe bei Blutungen, klimakterischen Blutungen, verstärkten Monatsblutungen und bei Fehlgeburten angewandt. Auch bei der Migränebehandlung soll es wegen seiner gefäßverengenden Wirkung auf der erschlafften Gefäßmuskulatur helfen. Auch bei Durchblutungsstörungen, bei Entzündungen der Brustdrüsen, bei der Behandlung von Parkinson findet es einen Nutzen. In den 60-ern glaubte man, dass LSD helfen würde psychisch kranke Menschen besser zu verstehen. Deshalb wurde es auch in der Psychotherapie verwendet bis zu der Erkenntnis der Nebenwirkungen. Danach wurde es verboten.

In der Homöopathie wird es bei Gebärmutter- und Muskelkrämpfen, Krampfleiden, Lähmungen, Durchblutungsstörungen, Arterienerkrankungen, Blutungsneigungen, Migräne, Krampfwehen, Wehenschwäche, Bluthochdruck, der durch Gefäßverkalkung entsteht, verwendet.



LSD-Lysergsäurediethylamid



LSD wurde durch den schweizerischen Chemiker Albert Hoffmann in den 60-ern bekannt. Er fand die Substanz bei Forschungen, die er am Mutterkorn durchführte, und durch Zufall nahm er eine kleine Menge davon zu sich. Danach führte er Tests an sich selbst durch. Dabei steigerte er immer mehr die Dosis. Als er das Maximum erreichte, traten diese Symptome auf: Schwindel, Unruhe, Konzentrationsprobleme, Sehstörungen, Lachreiz, Veränderung von Raum und Zeit, Verwirrtheitszustände, „Ich-Auflösung“, Angst und Wahrnehmungsveränderungen. Lysergsäurediethylamid wurde in der Hoffnung, Geisteskranke besser zu verstehen und tiefliegende seelische Blockaden auf zu lösen, in der Psychotherapie angewendet. Da sich kein Erfolg zeigte, wurde es vom Markt geschafft.

Wirkung:

Köperliche:

LSD hat nur eine geringe Wirkung auf den Körper. Die Körpertemperatur, der Puls, der Blutdruck und Blutzucker steigen. Die Pupillen sind geweitet und weitere Symptome sind Schwindel, Benommenheit und Übelkeit. Die glatte Muskulatur, vor allem die Gebärmuttermuskulatur, zieht sich zusammen und die Gefäße verengen sich. Andere Eigenschaften der Wirkung sind Unwohlsein, Brechreiz, Ohrendruck und Kopfweh. Bei hohen Dosen kommt es zu einer Pulsverlangsamung und zu einer beeinträchtigten Motorik.

Psychische:

Die psychischen Wirkungen treten meist heftig ein und sind sehr individuell. Sie sind stark abhängig von der körperlichen und psychischen Verfassung des Konsumenten. Typisch ist eine Änderung der Stimmung und Gefühle. Kleinigkeiten können für überschwengliche Freude oder auch tiefste Trauer ein Anlass sein. Die Wahrnehmung verändert sich: optische Illusionen, Sinneswahrnehmungen werden vertauscht (Töne sehen und Farben hören); Die veränderte Wahrnehmung, wie Halluzinationen, Verzerrung oder Trugwahrnehmung der Umwelt kehrt immer wieder wellenartig zurück.

Die Farben, die wahrgenommen werden, hängen von der psychischen Verfassung ab:

Glücklich: rot, gelb, grün

Depressiv: blau bis dunkelgrün

Der Tastsinn ist genauso verändert: Kribbeln in Händen und Füßen, Ausfall des Körperemprfindens

Weitere Symptome: Schlaffheit und Müdigkeit

Am „Höhepunkt“ der Wirkung treten Stimmungssschwankungen, Störungen der Denkprozesse, verändertes Zeitgefühl, Depersonalisation, Angst, Halluzinationen bis zu psychotischen Veränderungen auf. Dabei wird von einem „Horrortrip“ gesprochen.


Abhängigkeit:

LSD führt rasch zu einer psychischen Abhängigkeit und zu einer Toleranz. Die Dosis muss ständig gesteigert werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Mit den serotonin- und catecholaminverwandten Psychedelika kommt es zu einer Kreuztoleranz19.


Nebenwirkungen:

LSD wirkt sich sehr stark auf die Psyche aus und es ist möglich, dass bleibende Gehirnschäden entstehen. Ein wiederholter Konsum kann bei psychisch labilen Menschen zu Verwirrtheitszuständen, akuten Panikattacken und zum Wiedererleben von traumatischen Erlebnissen führen. Es kann sein, dass der Konsument nicht mit dem Erlebten umgehen kann. LSD vermindert die Fähigkeit, emotionale Reaktionen unter Kontrolle zu halten (Gewaltausbrüche). Weil LSD natürliche Abwehr- und Veränderungsprozesse ausschaltet, können Psychosen auftreten. Es kann nach Wochen, Monaten oder sogar nach Jahren noch zu Flashbacks kommen. Bei der Einnahme von Psychedelika können schwere Depressionen und Paranoia ausgelöst werden.


Erläuterungen



1) Agonist: Substanz, die bei Besetzen eines Rezeptors die Signalübertragung in der Zelle aktiviert

2) Metabolisierung/Decarboxylierung: Verarbeitung der Stoffe im Körper

3) Ataxie: Störungen der Bewegungskoordination

4) Depersonalisation: Verlust/Veränderung des natürlichen Persönlichkeitsgefühls

5) Parasympathikus: gehört zu den 3 Komponenten des vegetativen Nervensystemy; sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung

6) Nekrose: Absterben von Zellen

7) RNA-Polymerase: Enzyme, die die Synthese von der Ribonukleinsäure bei der Übertragung beschleunigen

8) Elongation: eine Phase der RNA-Synthese der Polymerase

9) Enterohepatischer Kreislauf: Magen-Darm-Kreislauf

10) Hepatozyten: Leberzellen

11) Actine: Strukturproteine

12) Leukopenie: Mangel an weißen Blutkörperchen

13) Eosinopenie: erhöhte Anzahl von Leukozyten im Blutbild

14) Hydrolisieren: spaltung einer chemischen Verbindung durch Reaktion mit Wasser

15) Lipophil: „fettliebend“, verträgt sich mit Fetten

16) ZNS-Aktivität: Aktivität des zentralen Nervensystems

17) Phosphatase: Gruppe von Enzymen, die durch ihr ph-Wert benannt werden; daher gibt es 2 Gruppen: saure Phosphatase und alkalische Phosphatase

18) Parästhesie: Gefühl von Kribbeln auf der Haut, obwohl äußerlich keine Hautirritationen zu erkennen sind

19) Kreuztoleranz: aus der Pharmakologie; beschreibt eine Ausbildung einer körperlichen Tolreanz von 2 strukturell ähnlichen Substanzen; z.B.: wenn Substanz A abgestzt wird und Substanz B weiter genommen wird steigt die Toleranz für beide Substanzen, also A und B


Quellenverzeichnis

Internet:

www.wikipedia.org

Literatur:

„Giftpflanzen und ihre Wirkstoffe“ von Gerhard Habermehl und Petra Ziemer

„Bewusstseinsverändernde Pflanzen von A-Z“ von Angelika Prentner




 

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