Home Biologie Referate Wachstumshormon-Mangel (oder STH-Mangel)

Wachstumshormon-Mangel (oder STH-Mangel)

Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

Wachstumshormon-Mangel

(oder STH-Mangel)

Was ist ein Wachstumshormonmangel?

Das Wachstumshormon, auch bekannt als STH (somatotropes Hormon), wird neben anderen Hormonen in der Hypophyse, einer kirschegroßen Drüse, gebildet.

Die Produktion und die Ausschüttung des Wachstumshormons werden durch Hormone des Zwischenhirns (das SRH) und ein Hemmhormon (das Somatostatin) gesteuert. Es wird über das Blut weiter getragen.

In den meisten Fällen liegt ein Wachstumshormonmangel begründet in der verminderten bzw. gestörten Produktion dieses Hormons im Bereich der Hirnanhangsdrüse vor. Doch auch die Rezeptoren, die in den Zielzellen die Informationen der Hormone entgegennehmen, können fehlerhaft arbeiten.

Der Wachstumshormonmangel kann ausgeprägt oder leicht sein. Ältere Menschen produzieren weniger Wachstumshormone als Jüngere, ohne dass dies als Wachstumshormonmangel im engeren Sinne betrachtet wird.

Warum bekommt man einen Wachstumshormonmangel?

Wachstumshormonmangel kann durch eine Erbkrankheit bedingt sein oder auch durch eine Erkrankung des Gehirns oder der Leber. Oftmals gibt es jedoch keine sichere Erklärung.

Wie zeigt sich ein Wachstumshormonmangel?

Bei einem ausgeprägten Wachstumshormonmangel ist der Blutzuckerspiegel bereits im Neugeborenenalter deutlich erniedrigt. Das Gewicht und die Größe können bei der Geburt durchaus normal sein, da sich das Wachstum des Kindes oft erst im Alter von drei bis neun Monaten verringert. Die Gewichtszunahme wird dann immer weniger und die Zahnbildung erfolgt verspätet. Meist sind Kinder mit einem Wachstumshormonmangel mollig.

Was kann man selbst tun?

Man kann sein Kind lediglich in regelmäßigen Abständen messen und wiegen. Eine Beurteilung der Messungen sollte jedoch im Zweifelsfall ein Arzt vornehmen.

Messungen zu Hause werden nämlich oft ungenau durchgeführt, und die Deutung einer Wachstumskurve kann dann oft schwierig sein. Man sollte deswegen einen Arzt aufsuchen, wenn Sie sich um das Wachstum seines Kindes sorgt. Es gibt eine Tabelle über Größe und Gewicht bei Mädchen und eine Tabelle über Größe und Gewicht bei Jungen. So können die individuellen Werte eines Kindes mit einer ganzen Gruppe gesunder Kinder verglichen werden.

Wie stellt aber der Arzt die Diagnose?

Der Arzt misst und wiegt das Kind und trägt die Daten in eine Wachstumskurve ein. Bei der Beurteilung sollte die Größe der Eltern berücksichtigt werden, eventuell auch deren Gewicht und Größe im Kindesalter sowie der Zeitpunkt des Eintretens ihrer Pubertät.

Der Arzt wird sich nach der Ernährung, dem Appetit, der körperlichen Aktivität, der Verdauung und nach eventuellen Erkrankungen oder Symptomen sowie möglicherweise nach psychischen Problemen des Kindes erkundigen. Zudem wird er das Kind auf andere Symptome hin untersuchen, um andere Krankheiten auszuschließen. Anhand eines Röntgenbildes der linken Hand und des Handgelenks kann das Alter der Knochenentwicklung gemessen werden.

Bei einem Verdacht auf Wachstumshormonmangel muss das Kind auf eine Kinderstation überwiesen werden, damit die Messungen fortgeführt und eine eventuelle medikamentöse Behandlung eingeleitet werden kann. Auf der Kinderstation bestimmt der Arzt anhand weiterer Blutproben den STH-Wert, und einige Werte von anderen Hormonen.

Wenn sich der Verdacht bestätigt, muss ein Wachstumshormon-Stimulationstest folgen. In der Regel sind zwei Testversuche notwendig, bevor der Arzt eine endgültige Diagnose auf Wachstumshormonmangel stellt.

Weiterentwicklung in der Zukunft?

Wenn der Wachstumshormonmangel nicht behandelt wird, wird das Kind nicht sehr groß. Die Größe ist abhängig davon, ob der Wachstumshormonmangel ausgeprägt oder leicht ist.

Wird der Wachstumshormonmangel rechtzeitig behandelt, kann das Kind weiterwachsen. Allerdings wird es niemals eine normale Größe erreichen.

Wie wird ein Wachstumshormonmangel behandelt?

Menschen mit Wachstumshormonmangel erhalten künstliche Wachstumshormone. Diese sehen chemisch gesehen genau gleich aus wie das körpereigene Hormon. Sie werden dann unter die Haut gespritzt.

Das Kind muss das Hormon täglich bekommen. Eltern können lernen, Ihrem Kind das notwendige Medikament zu spritzen, wenn sie die notwendige Hormonmenge einhalten. Nebenwirkungen treten recht selten auf. Die Behandlung muss bis zum Ende des Wachstums erfolgen. In manchen Fällen jedoch kommt eine Behandlung mit Wachstumshormonen auch im Erwachsenenalter in Frage.

 

Suchen

Share: