Temperaturbedingte Geschlechtsbestimmung
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie sich die Geschlechtsmerkmale bilden können: Allgemein kann man nur sagen, dass sie sich zu einem jeweils bestimmten Zeitpunkt in der Embryonalentwicklung bilden.
Die eine Möglichkeit, auf die ich nicht näher eingehen will, wäre die Genotypische Entwicklung der Geschlechtsmerkmale, wobei man dabei unter genischen Geschlechtsbestimmung, bei der nur ein Gen für die Ausprägung des Geschlechts verantwortlich ist, und der chromosomalen Geschlechtbestimmung, wo es auf das Vorhandensein von speziellen Geschlechtschromosomen ankommt.
Die andere Möglichkeit, von der ich euch in erster Linie erzählen will, ist die Modifikatorische Geschlechtsbestimmung. Diese wird unterschieden zwischen dem Einfluss des Ortes und dem Einfluss der Temperatur, für den ich euch jetzt einige Beispiele präsentieren will.
* Die Waldameise:
Die Pumpe funktioniert schlecht bei tiefen Temperauren oder viel Schatten. Die Folge ist, dass viele Eier nicht befruchtet werden und deshalb fast nur Männchen entstehen.
Bei warmen Temperaturen oder viel Sonne funktioniert die Pumpe gut und viele Eier werden befruchtet. Es entstehen vorzugsweise Weibchen.
Das ist zugleich die natürliche Regelung der Population: Bei guten Verhältnissen entstehen mehr Weibchen und die Population kann wachsen!
* Die indische Stabschnecke:
Bei dieser Tierart gibt es meist nur 1 Männchen unter 1000 Weibchen. Das heißt dass die meisten Weibchen einfach ihre Eier legen, die nicht befruchtet werden müssen. Je nach Temperatur schlüpfen nach ein paar Monaten dann bei ungefähr 30°C Männchen und bei anderen Temperaturen Weibchen, was wiederum erklärt warum es so viele Weibchen, aber nur recht wenige Männchen gibt! Weiters ist auch interessant, dass die Brutzeit bei niedrgeren Temperaturen wesentlich länger dauert, als bei hohen Temperaturen.
* Alligatoren:
Nach dem das Weibchen vom Männchen befruchtet wurde, baut das Weibchen ein Nest für die Eier. Wenn die Temperatur im Nest unter 30°C liegt, schlüpfen Weibchen. Wenn die Temperatur über 34°C liegt, schlüpfen Männchen. Und wenn die Temperatur zwischen 30 und 34°C liegt, kann beides entstehen!
Dass sich das Geschlecht bei manchen Tieren durch verschiedne Temperaturen in der Geburtsphase entscheidet, liegt daran, dass die Wanderung des X-Chromosoms in der Meiose von der Temperatur beeinflusst wird.
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