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Konrad Lorenz

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Konrad Lorenz - 7. November 1903 - 27.Februar 1989


Konrad Lorenz begann auf Wunsch seines Vaters 1922 ein Medizinstudium an der Premedical School der Columbia University in New York. Er kehrte jedoch schon 1923 nach Wien zurück und setzte dort bis 1928 sein Medizinstudium an der Universität fort. 1927 heiratete Lorenz die Medizinstudentin Margarethe Gebhardt, mit der er seit seinem dritten Lebensjahr befreundet war und deren späteres Einkommen als Ärztin ihm bis 1951 den finanziellen Rückhalt für seine Studien gab.

Konrad Lorenz gilt heute als einer der Mitbegründer der Biologie des Verhaltens und als ihr wichtigster Vorkriegstheoretiker. Er bündelte in den 1930er-Jahren die Tierbeobachtungen diverser Forscher in einer griffigen, physiologischen Theorie der Instinktbewegungen und bahnte so ab 1937 den Weg für Verhaltensexperimente sowie für das Vergleichen von Verhaltensweisen auch zwischen unterschiedlichen Arten.

1937 forschte Lorenz erstmals und mehrere Monate gemeinsam mit Nikolaas Tinbergen in seinem Heimatort Altenberg an Graugänsen.

1973 erhielt er für die Entdeckung der Prägung an der Graugans den Nobelpreis für Physik.

Konrad Lorenz setzte weniger auf Experimente, sondern auf genaue Beobachtung und Beschreibung des Verhaltens von Tieren in ihrem natürlichen Umfeld. Im Gegensatz zu der Anfang der dreißiger Jahre noch weitgehend akzeptierten Ansicht, tierisches Verhalten sei rein reaktiv, betont Lorenz die Spontaneität tierischen Verhaltens, speziell der Instinktbewegung.
Lorenz' Bedeutung liegt ferner darin, dass er, deutlicher als andere Forscher vor ihm, in seinen wissenschaftlichen Arbeiten den Blick auf zwei genetische Besonderheiten gelenkt hat: auf angeborene Auslöser für Verhaltensweisen ("Schlüsselreize" und "angeborene Auslösemechanismen", AAM) sowie auf eine bei diversen Tierarten nachweisbare Entwicklungsphase, in der eine gleichsam unwiderrufliche "Prägung" möglich ist.

Das wohl am häufigsten angeführte Beispiel sind zwei Hähne, die ihre Hackordnung auskämpfen, und einer von ihnen pickt plötzlich auf dem Boden herum, als würde er Futter aufnehmen. Dieses Pickverhalten kann als Ausdruck eines gleich starken Aggressions- und Flucht-Instinkts gedeutet werden, was als Übersprungbewegung Futterpicken hervorruft. Es kann aber auch als soziales Signal gedeutet werden, das dem Rivalen möglicherweise anzeigt: schau, ich fühle mich so stark, dass ich selbst in dieser kritischen Situation noch Futter aufnehmen kann.

Ähnlich ist die von Lorenz bei einem von Hand aufgezogenen Star "entdeckte" so genannte Leerlaufhandlung eine Folge der Behauptung, dass Instinktenergien stetig vom Körper produziert werden. Fehlt dann aber über längere Zeitspannen ein äußerer Auslöser für die zugehörige Instinktbewegung, erzwingt die Theorie gleichsam ein "ins Leere laufen" der Instinktbewegung.

 

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